
Gegen Tunesien bestreitet Österreichs Nationalteam den letzten Test vor der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA. Bevor es am Montag um 20.45 Uhr losgeht, gibt es im Ernst-Happel-Stadion eine Schweigeminute für Alexander Manninger. Der ehemalige Teamtormann ist am 16. April im Alter von 48 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Vom aktuellen Team hat nur noch Marko Arnautovic mit ihm gemeinsam im Team gespielt. Österreichs Rekordteamspieler wird am Montag wohl in der Startelf stehen. Was es sonst noch zu wissen gibt.
Warum wurde Tunesien als Gegner ausgewählt?
Weil man bei der WM drei Gegner hat, die nicht aus Europa kommen, wollte man auch die Testspiele gegen bisher unbekannte Teams bestreiten. Tunesien wurde eingeladen, weil die Nordafrikaner laut Rangnick einen ähnlichen Spielstil pflegen wie WM-Auftaktgegner Jordanien. „Tunesien spielt immer wieder aus einem tiefen Block heraus und ist auf Konter ausgerichtet“, sagt der Deutsche. Soll heißen: Österreich wird am Montag viel Ballbesitz haben. Kreativität ist gefragt, um einen möglicherweise disziplinierten Abwehrriegel zu knacken.
Wie stark ist Tunesien?
Die „Adler von Karthago“ fahren zur WM – zum dritten Mal in Folge und zum siebenten Mal insgesamt. Das Team von Trainer Sabri Lamouchi trifft in Gruppe F auf Schweden, Japan und die Niederlande. Qualifiziert hat man sich souverän mit neun Siegen in zehn Partien in der Afrika-Qualifikationsgruppe H. Von der Papierform her ist Österreich klarer Favorit. Tunesiens Team hat einen Marktwert von rund 70 Millionen Euro und damit um 200 Millionen Euro weniger als das ÖFB-Team. In der FIFA-Weltrangliste liegt man auf Platz 44 und damit 20 Plätze hinter Österreich. Der größte Star des Teams hört auf den klingenden Namen Hannibal und spielt beim FC Burnley in der Premier League im offensiven Mittelfeld. Von den 26 Spielern im Kader wurden nur elf in Tunesien geboren. Mehr als die Hälfte hat in Europa das Fußballspielen erlernt.
Wen wird man bei den Österreichern sehen?
Personelle Experimente hat Ralf Rangnick nicht geplant. „Das ist die Generalprobe. Man kann davon ausgehen, dass es weitestgehend die Elf sein wird, die gegen Jordanien spielen könnte“, sagt der Teamchef. David Alaba wird einlaufen und fühlt sich bereit, nachdem er bei Real Madrid zuletzt zwei Mal gespielt hat. „Ich hätte gerne mehr gespielt, trotzdem haben die zwei Spiele gutgetan. Ich habe in den letzten Monaten sehr hart gearbeitet und immer wieder Extraschichten eingelegt“, so der 33-Jährige.
Im Sturm kann man mit Marko Arnautovic rechnen. Es wird das vielleicht letzte Länderspiel des 37-Jährigen im Prater sein. Der Rücktritt aus dem Team nach der WM steht fest. „Aber vielleicht krieg’ ich ja noch ein Abschiedsspiel vom ÖFB“, sagte Arnautovic. „Ich glaub’, ich hätte es mir verdient.“
Was darf man vom ÖFB-Team erwarten?
Das ohnehin Bekannte, weil sich der Stil unter Rangnick nicht mehr ändern wird. Die Spieler verwiesen darauf, dass man „Automatismen auffrischen“ und einen Rhythmus finden wolle. Heißt auch: Volle Intensität. „Mit angezogener Handbremse kannst du mit unserer Spielweise kein Spiel bestreiten“, sagt Rangnick. Soll heißen: Ball und Gegner werden über den ganzen Platz gejagt.
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Source:: Kurier.at – Sport



