Sagenhaftes Paris: Bei den French Open wurden viele Märchen geschrieben

Sport

Die French Open werden wohl in die Geschichte eingehen. Nicht nur, weil es zwei neue Grand-Slam-Sieger gab, sondern weil generell Prognosen auf den Kopf gestellt wurden. Am Ende siegten die Emotionen, die den Sport so besonders machen. 

Die Helden einer Tennis-Saga:

Alexander Zverev

 Wenn in Deutschland über Tennis berichtet wurde, dann zumeist über gescheiterte Grand-Slam-Versuche von Zverev. Nun ist er der große Held, nach seinem Fünf-Satz-Sieg im Finale über Flavio Cobolli am Ziel seiner Träume angelangt. Der Italiener sprach nach dem Finale aus, was sich viele dachten:

„Sascha, wenn mich jemand gefragt hat, wer diesen Titel am meisten verdient, habe ich immer gesagt, dass du es bist.“

Flavio Cobolli

Der 29-jährige Zverev ging mit dem Druck der Favoritenrolle, die er nach dem Aus von Jannik Sinner in der 2. Runde innehatte, bestens um. Er hätte sich allerdings noch mehr Aufmerksamkeit in der Heimat verdient. Immerhin gewann er als erster Deutscher die French Open und als erster seines Landes seit 1996 ein Grand Slam. 

Damals gewann Boris Becker die Australian Open, der 58-Jährige sagt nun: „Ich bin sehr stolz auf ihn. Ein Lebenstraum geht in Erfüllung. Dafür hat er und seine ganze Familie so hart gearbeitet.“ Nachsatz: „Und das mit seiner Diabetes-Erkrankung.“ Zverev ist sein ungerechtes Loser-Image endgültig los. 

Italien

Jannik Sinner flog in der 2. Runde raus, Lorenzo Musetti, die etatmäßige Nummer 2, sagte verletzungsbedingt ab. Und dennoch standen mit Flavio Cobolli, Matteo Berrettini und Matteo Arnaldi drei Italiener im Viertelfinale. Ein Ausrufezeichen eines Landes, das aufgrund der guten Arbeit an allen Ecken und Enden mittlerweile zur Tennis-Nation wurde (mit der Fußball-Nationalmannschaft hat man weniger Freude). Der erste Grand-Slam-Titel seit 1976 (Adriano Panatta) ist nur eine Frage der Zeit, im Davis Cup triumphierte man zuletzt dreimal in Folge. 

  Zverev gegen Cobolli: Warum der Deutsche reif für den Titel ist

Cobolli wird heuer übrigens noch im Juli beim Generali Open in Kitzbühel und im Oktober beim Erste Bank Open in Wien zu sehen sein. Dort wird auch Finalgegner Zverev servieren. 

Mirra Andrejewa

Die 19-Jährige, nach ihrem Titel bei den French Open seit Montag die Nummer sechs im Ranking, blieb auch trotz ihres Aufstiegs erfolgreich. Die Russin ist die mit Abstand beste Sandplatz-Spielerin in diesem Jahr, gewann auch im April beim Upper Austria Ladies in Linz und stellte sich schon dort in überaus bescheidener und freundlicher Weise den Fragen der Medien.

Beim Millionen-Turnier in Rom erkannte sie die Österreicher wieder – und klatschte mit ihnen ab. Zu politischen Fragen äußert sich Andrejewa weniger – muss sie auch nicht. Vielmehr betont sie oftmals, dass sie als Russin noch nie Probleme gehabt hätte. 

Maja Chwalinska

Der Name Maja Chwalinska war vor den French Open nicht einmal allen Tennis-Insidern geläufig. Nun lief die Polin in Roland Garros zur Höchstform auf. Als Nummer 114 gestartet, endete das Märchen erst im Finale gegen Andrejewa und vorerst auf Rang 21 des WTA-Rankings. Besonders pikant: In der Qualifikation musste sich Chwalinska gar Geld  für ein Zimmer von ihrer berühmten Landsfrau Iga Swiatek  – nun ist sie um 1,4 Millionen Euro reicher. 

Juan Manuel Cerundolo

Das Team von Juan Manuel Cerundolo wird schon während des Zweitrunden-Spiels die Taschen gepackt und Flüge gebucht haben. Wenn man gegen Jannik Sinner …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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