
Der Online-Handel verändert sich schneller denn je. Statt auf Suchmaschinen und Einkaufsportale setzen immer mehr Konsumenten beim Shopping auf Künstliche Intelligenz (KI). So werden etwa vor dem Einkauf Styling- oder Rezepttipps bei KI-Chatbots eingeholt.
Auch KI-Agenten sind auf dem Vormarsch. Diese autonomen Systeme können Konsumenten die Suche nach einem Artikel, den Vergleich zwischen verschiedenen Produkten und den eigentlichen Kauf- und Bezahlvorgang abnehmen. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist bereits heute Realität. „Technologisch sind solche Systeme bereits einsatzbereit“, sagt Helmut Kosa, Vertriebsexperte und Managing Partner bei der Unternehmensberatung &us, dem KURIER.
Österreich ist hinten nach
Inwiefern die KI-Agenten auch verwendet werden, sei davon abhängig, wie gut sie funktionieren. Insgesamt sei Österreich bei der KI-Nutzung im hinteren Bereich der westlichen Länder, so die Einschätzung des Experten. So liege man etwa deutlich hinter den nordischen oder den baltischen Staaten zurück. Wenn die Österreicher KI beim Einkaufen verwenden, dann vor allem um zu sparen, so eine Befragung des Handelsverbands (HV).
Bei der Verwendung von KI-Agenten spiele die Zielgruppe eine große Rolle. So könne die Entwicklung bei Unternehmen, die junge und technologieaffine Kunden ansprechen, schnell verlaufen. Der HV-Befragung zufolge kann sich innerhalb der Generation Z (Jahrgänge 1995 bis 2012) jeder Vierte vorstellen, KI-Agenten künftig für sich einkaufen zu lassen. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bis 12 Prozent, bei den Über-62-Jährigen sind es nur fünf Prozent.
Wie schnell die Entwicklung tatsächlich vorangehen wird, könne man nicht sagen. „Das ist alles ständig im Wandel“, so Kosa. Es sei fraglich, ob Plattformen wie Amazon oder Temu auch weiterhin dieselbe Bedeutung haben werden wie heute. „Es wird darauf ankommen, ob der Kaufprozess auf der Plattform oder per KI-System gestartet wird.“ Für kleinere Händler und Produzenten könne die Entwicklung große Chancen bringen. „Sie müssen sich aber rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzen. Wer zu lange wartet, könnte letztendlich auf der Strecke bleiben“, sagt Kosa.
Wie Online-Marktplätze würden klassische Suchmaschinen wie etwa Google durch die wachsende Bedeutung von KI unter Druck geraten. „Sie hatten ein Alleinstellungsmerkmal und davon hängt ihr Geschäftsmodell ab. Jetzt beim KI-Thema sind sie nur einer von vielen und es gibt andere Player am Markt, die schon weiter sind.“
So praktisch KI-Systeme sind, von ihnen können auch Gefahren ausgehen. Etwa in Form von betrügerischen Fake-Shops, die die KI nicht als solche erkennt, warnt Kosa. Das Thema sei eine Herausforderung für die Entwickler – aber auch für Konsumenten: „Die Nutzer dürfen sich nicht blind auf die KI verlassen, sondern müssen Ergebnisse überprüfen.“
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



