Junge Generation: Richard David Precht warnt vor dieser fatalen Entwicklung

Wirtschaft

„Es ist doch eigenartig, dass wir so ein Bedürfnis nach neuen Ideen haben und gleichzeitig so eine Aversion dagegen“, stellt der deutsche Philosoph Richard David Precht in den Raum und lässt seine Botschaft für einen kurzen Moment wirken. Precht befindet sich im Palais Niederösterreich, in der Wiener Herrengasse, wo er im Rahmen des Raiffeisentags 2026 eine Keynote hält. Das Motto: „Zukunft braucht junge Ideen“.

„Früher passierte Veränderung in Dekaden“, eröffnet Johannes Rehulka, Generalsekretär des Österreichischen Raiffeisenverbands (ÖRV) das Programm. „Jetzt passiert sie in einer Geschwindigkeit, die uns vor Herausforderungen stellt.“ Precht spricht sogar von einer solch drastischen Revolution, die es in der Menschheitsgeschichte noch nicht gegeben hat. „Ökonomische Revolutionen lassen sich nicht rückgängig machen“, sagt er. „Sie führen zu gesellschaftlichen und politischen Veränderungen. Und zwar immer.“ Das Ziel müsse sein, mit Krisen und Herausforderungen umzugehen, appelliert er. Nicht sie zu verhindern. 

Was es dafür braucht? Einen Paradigmenwechsel, „ein Comeback zur Zuversicht“, sagt Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sowie mutige und leistungsorientierte Menschen, die bereit sind, ein Risiko einzugehen. Doch genau da liegt eine weitere Herausforderung

Sicherheit statt Freiheit

„Junge Menschen wachsen heute in einer Matrix voller Sicherheit auf“, kritisiert Precht. „Rasenmäher-Eltern“ würden aus Fürsorglichkeit jegliches Hindernis aus dem Weg räumen und so ihren Kindern die Möglichkeit nehmen, mit negativen Erfahrungen selbst umzugehen. Dieses Sicherheitsgefühl würden junge Menschen dann auch vom Leben, von der Politik, ihrem Arbeitgeber erwarten. „Man tauscht Freiheit sukzessive gegen Sicherheit.“

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in einer neuen Zukunftsstudie des ÖRV wider, für die 1.000 Personen von marketmind befragt wurden. „Wir sehen bei jungen Menschen einen Shift zu sicherheitsorientierten Werten“, analysiert marketmind-Director Kerstin Hofer. „Verlieren wir das Gefühl von Freiheit, werden wir es nicht schaffen, innovativ und dauerhaft leistungsbereit zu sein“, prognostiziert der Philosoph. Dabei wäre jetzt der ideale Moment dafür. „Alle guten Ideen entstehen in spannenden Zeiten“, sagt Precht.

  Kahlschlag bei VW: Bis zu 100.000 Jobs sollen gestrichen werden

Er fordert, junge Menschen zu einem Mindset zu ermutigen, das sich nicht an der digitalen Welt orientiert. Denn in der digitalen Welt gebe es für jedes Problem eine Lösung. Diese Erwartungshaltung würde der Realität aber nicht standhalten. Besser wäre es, Verstehen zu lernen; Herausforderungen nicht als Problem zu sehen, sondern als Gestaltungsaufgabe und als etwas, zu dem jeder Einzelne proaktiv etwas beitragen könne.

Der Raiffeisentag 2026: Hameseder verabschiedet sich, Tinhof übernimmt

300 Spitzenvertreter aller Sparten und Bundesländer folgten am 26. Juni der Einladung zum Raiffeisentag. Nicht zuletzt, um Generalanwalt Erwin Hameseder zu würdigen, der im Rahmen der Veranstaltung seine Funktion an Erwin Tinhof übergab. Dieser wurde am Vortag von der Generalversammlung neu gewählt. „Es macht emotional, aber auch stolz“, sagt Hameseder rückblickend auf die vier Jahre seiner Generalanwaltschaft. Als Dank für seine Verdienste wurde ihm von ÖRV-Generalsekretär Johannes Rehulka die Raiffeisen-Nadel in Gold mit Diamanten überreicht. Die höchste Auszeichnung des Verbands.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 2 times, 2 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.