Schauspieler über „The Bear“-Finale: „Das frisst dich auf“

Kultur

Wer sich eine gemütliche Kochserie erwartet, sollte an dieser Stelle vielleicht lieber nicht weiterlesen. Denn „The Bear“, nun bei Disney+ in die fünfte und letzte Staffel gestartet, gehört mit zum Stressigsten, was man sich derzeit im TV ansehen kann.

Da wird in schwindelerregendem Tempo geschnippelt, gebraten, gerührt – und vor allem geflucht. Denn die nächste Küchen-Katastrophe ist hier nie weit, von einstürzenden Wänden über verpatzte Gerichte bis hin zu emotionalen Schreiduellen. 

Diese intensiven Szenen zu drehen, mache aber Spaß, wie Schauspieler Lionel Boyce im Roundtable-Interview zum KURIER sagt. „Ich habe sonst ein ziemlich ruhiges Leben. Also macht es mir nichts aus, wenn es mal für zwei Minuten hochkocht“, schmunzelt der US-Amerikaner, der in der Serie den zurückhaltenden Dessertkoch Marcus gibt.

Ähnlich sieht das sein Kollege Matty Matheson, der den verpeilten Handwerker Neil Fak spielt – und als Koch und Restaurantbetreiber auch einer der Berater der Serie ist: „Wenn wir diese größeren Szenen spielen, in denen alle miteinander streiten, steigern wir uns richtig rein. Chris (Storer, Regisseur, Anm.) drillt uns dann: Noch mal, schneller, noch mal, schneller“, so Matheson. „Aber sobald die Szene im Kasten ist, ist wieder alles normal.“

Bruchbude

Im Mittelpunkt der Serie steht der gequälte Sternekoch Carmy (Jeremy Allen White). Nach dem Tod seines Bruders gibt er seinen Job in der Spitzengastro auf, um dessen verschuldeten Sandwichladen in Chicago zu übernehmen. Zunächst sind die Mitarbeiter dort nicht sonderlich angetan von ihrem neuen Chef. Mit der Zeit gewinnt er sie aber für sich – und verwandelt die Bruchbude mit Unterstützung der ehrgeizigen Sydney (Ayo Edebiri) in ein angesagtes Gourmetlokal.

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Als die erste Staffel von „The Bear“ 2022 erschienen ist, entwickelte sich ein riesiger Hype um die Serie. Und das, obwohl hier keine Superhelden oder Drachenkämpfe zu sehen sind – sondern nur Menschen, die hart arbeiten. Das hat offenbar einen Nerv getroffen. 

„The Bear“ wurde mit Preisen überhäuft, darunter 21 Emmys. Prominente Gaststars wie Jamie Lee Curtis und Olivia Colman traten auf, das Rezept für das Kartoffelchip-Omelett aus Staffel 2 ging viral und die weißen T-Shirts, die in der Serie getragen werden, waren in kürzester Zeit ausverkauft. Spitzenköche lobten zudem die authentische Darstellung des Küchenalltags.

„Ich glaube, die Serie zeigt, was es bedeutet, nach Perfektion zu streben“, so Matheson. Man könne sich der Perfektion annähern – „aber zu welchem Preis?“

So ist Protagonist Carmy traumatisiert vom toxischen Verhalten seines Ex-Chefs. „Wir versuchen, die ganze Bandbreite an Küchenchefs abzubilden: freundliche, harte, jene, die andere durch Angst antreiben, und solche, die durch Wertschätzung motivieren“, erzählt Matheson. 

Die Sterneküche sei nicht für jeden das Richtige: „Es ist ein bisschen so wie mit Menschen, die zu Olympia wollen. Ich glaube nicht, dass das die beste Art ist, sein Leben zu führen. Es frisst dich auf. Du musst es wirklich wollen.“

Großes leisten

Unangenehme Chefs, wie in der Serie teilweise gezeigt, müsste es dennoch nicht geben: „Ich glaube, man kann mit Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen führen und trotzdem Großes leisten. Letztlich geht es darum, den Menschen die richtigen Werkzeuge und die passende Struktur an die Hand zu geben, damit sie das erreichen können, was von ihnen erwartet wird.“

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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