Medizinstudium: Das ist der härteste Test Österreichs

Wirtschaft

Man erkennt sie an den durchsichtigen Taschen. Denn nur damit dürfen die Teilnehmenden des Medizinaufnahmetests MedAT die Hallen der Messe Wien betreten. In den Taschen sind  Ausweise, Getränke und Snacks – Handys und andere Dinge  sind nicht erlaubt.

Gefühlt ganz Wien fieberte gestern dem größten Aufnahmetest der Stadt entgegen. Mehr als 8.000 Prüflinge nahmen heuer teil. Entsprechend voll waren auch die U-Bahnen und Cafés rund um die Station Messe-Prater: überall mittel- bis sehr aufgeregte junge Menschen. Einige lachten entspannt, andere stöberten nervös durch ihre Notizen, wieder andere wurden von ihren stolzen Eltern vor dem Eingang fotografiert. Eine junge Frau mit durchsichtiger Tasche bestellte   einen Kaffee und wurde sogleich von einer Dame hinter ihr angesprochen: „Alles Gute für heute“, sagte sie. Als Antwort kam nur ein nervöses Lächeln. Die Spannung ist  groß, die Studienplätze sind knapp und die Vorbereitung auf den vieles entscheidenden Test intensiv.

Der MedAT startet offiziell um 9:20 Uhr. Bis dahin suchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Platz, machen Atemübungen für den Extra-Konzentrationsschub vor der mehrstündigen Prüfung. Einer von ihnen ist Sam B. (Namen von der Redaktion geändert), den der KURIER einige Tage vor der Prüfung befragt hat.

Die besten 9,5 Prozent

„Ich wollte immer schon Arzt werden“, sagt Sam zu Beginn des Gesprächs. Den Grund sieht er in seiner Familie: „Dort gibt es einige Ärzte.“ Tipps für den MedAT holte er sich dennoch nicht von ihnen, sondern von Leuten, die die Prüfung erst vor Kurzem gemacht und bestanden haben. Ihr Rat? Das Ziel vor Augen haben. „Man lernt, um sich den Unitraum zu erfüllen, deswegen sollte man voll bei der Sache sein und es nicht nur halbherzig machen“, erklärt der MedAT-Teilnehmer. 

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Und: Früh genug mit dem Lernen anfangen. Er selbst startete schon im Jänner mit der Vorbereitung. So machen es die meisten, erklärt Stefan Withalm, Geschäftsführer der Lernplattform studymed: „Sie starten im Zeitraum Jänner bis März mit der Vorbereitung und lernen im Schnitt mehrere Stunden pro Tag“, schätzt er. Rund 25 Prozent der Personen würden sogar schon im Zeitraum Oktober bis Dezember mit der Vorbereitung beginnen.

„Für die meisten Teilnehmer bedeutet der MedAT sehr viel. Es ist der eine Tag im Jahr, der entscheidet, ob man für das Studium zugelassen wird und dem Traumjob näherkommt oder nicht.“ Entsprechend viel Zeit investiert man ins Lernen. Der MedAT gilt nicht umsonst als härtester Aufnahmetest des Landes.

Rund sechs Stunden verbringt man in der Messe Wien und muss sich bei der Humanmedizin durch vier Abschnitte kämpfen: Basiskenntnistest Medizinische Studien (also Biologie, Chemie, Physik und Mathematik), gefolgt von Textverständnis, kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie sozial-emotionalen Kompetenzen. Allein inhaltlich schon sehr anspruchsvoll, hinzu kommt aber auch die enorme Konkurrenz.

Viel Andrang, wenig Platz

16.880 haben sich österreichweit an den MedUnis Wien, Graz und Innsbruck bzw. an der Medizin-Fakultät Linz beworben. Allerdings gibt es aktuell nur insgesamt 1.950 Plätze – immerhin 50 mehr als im Vorjahr.

Besonders selektiv ist die MedUni Wien, die mit 8.235 Anmeldungen für 784 Plätze mit Abstand die meisten Interessenten hat. Die Chancen, dort aufgenommen zu werden, sind somit nicht allzu hoch. Nur die besten 9,5 Prozent bekommen …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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