Hitze, Stress, ständige Erreichbarkeit: AK kritisiert hohe Arbeitsbelastung

Wirtschaft

Die Arbeitsbelastung in Österreich ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und verharrt weiter auf hohem Niveau, geht aus dem aktuellen Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) hervor. So empfindet mehr als ein Fünftel der befragten Beschäftigten die Arbeit als psychisch belastend, mehr als ein Viertel steht unter starkem Zeitdruck. Betroffen sind vor allem Branchen wie Gesundheitswesen, Tourismus und das Bauwesen sowie vermehrt auch junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Während im Gesundheitsbereich vor allem die psychische Belastung hoch ist, dominieren im Bauwesen körperliche Anforderungen, schwierige Arbeitsbedingungen und ein erhöhtes Unfallrisiko. Gleichzeitig geraten auch junge Beschäftigte zunehmend unter Druck. Sie berichten häufiger von Zeitstress, unterbrochener Freizeit und sozialer Isolation am Arbeitsplatz. „Die Zahlen zeigen klar, dass viele Beschäftigte seit Jahren an der Belastungsgrenze arbeiten. Hier braucht es endlich spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen“, sagt AK-OÖ-Präsident Andreas Stangl. 

Arbeiten im Freien als Belastung

Wie die jüngste Hitzewelle zeigte, stellt auch das Arbeiten im Freien eine zunehmende Belastung dar. Laut AK arbeiten immerhin 14 Prozent der Arbeitnehmer/innen regelmäßig unter freiem Himmel, im Bauwesen ist es ein Drittel und im Verkehrs- und Nachrichtenwesen ein Fünftel. Diese Beschäftigten berichten demnach wesentlich öfter von „schlechten Gesundheitsbedingungen, höherem Unfallrisiko und stärkerem Zeit- und Arbeitsdruck als andere“, warnen die Arbeitnehmervertreter.

Vermischen von Arbeitszeit und Freizeit

Ein weiterer Grund für die steigende Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen ist das Vermischen von Arbeitszeit und Freizeit sowie fehlende Erholungsphasen. Die AK fordert, überlange Arbeitszeiten besser zu verteilen und Arbeit vom Privaten zu entkoppeln. „Wochenenden und Freizeitphasen, die der Erholung dienen, dürfen nicht durch berufliche Verpflichtungen unterbrochen werden“, so Stangl. Gesundheitsförderlicher Stressabbau funktioniere nur, wenn die Beschäftigten ausreichende und wirkliche Ruhepausen hätten.

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Wirtschaftskammer: Zufriedenheit größer denn je

Die Wirtschaftskammer zeigt sich in einer Aussendung über die Ergebnisse des Arbeitsklimaindex verwundert und verweist auf eine aktuelle market-Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern, wonach 87 Prozent sowohl mit Ausmaß als auch Lage ihrer Arbeitszeit zufrieden sind. Auch geben 79 Prozent der Befragten an, dass die Unternehmen die Wünsche der Arbeitnehmer bezüglich Arbeitszeiteinteilung immer oder meistens berücksichtigen. „Damit sind die Arbeitnehmer mit ihrer Arbeitszeit zufriedener denn je“, sagt WKO-Sozialexperte Rolf Gleißner.

42 Minuten pro Tag für Privates

Was die Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit anbelangt, so hätte laut market-Umfrage die Hälfte der Befragten kein Problem damit. Nur ein Viertel davon empfindet es als belastend. Die Vermischung von Freizeit und Arbeitszeit nimmt laut Gleißner auch zugunsten von Arbeitnehmern zu. 

Laut Umfrage sind die Arbeitnehmer außerhalb der Dienstzeit täglich rund 15 Minuten mit Beruflichem befasst. Dem stehen aber 42 Minuten pro Tag gegenüber, die nach Angabe der Arbeitnehmer selbst für die private Nutzung von Smartphone und PC in der Arbeitszeit aufgehen. „Die Zahlen entsprechen einem Zuwachs von 14 Minuten seit 2022. Das ist wohl mit ein Grund, warum die Produktivität in Österreich bereits seit einigen Jahren stagniert bzw. sogar rückläufig ist“, sagt Gleißner.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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