
Kap Verde ist bei der WM ausgeschieden, darf sich aber dennoch als Gewinner betrachten. Der WM-Neuling hat sich auch gegen Titelverteidiger Argentinien im Sechzehntelfinale teuer verkauft und musste sich erst in der Verlängerung 2:3 geschlagen geben. Im Fokus stand wieder einmal Superstar Lionel Messi, der nicht nur über den Aufstieg ins Achtelfinale (Gegner Ägypten) jubelte, sondern auch über sein 20. WM-Tor, das siebente bei dieser Endrunde.
Auch bei ihm war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff groß. „Wir wussten, dass das eine sehr starke Mannschaft ist. Sie haben nicht umsonst gegen Spanien und Uruguay nicht verloren“, sagte Messi. „Es gibt hier keine Geschenke. Das ist diese WM: Alles ist sehr ausgeglichen.“ Direkt nach Spielende ging auch er zu den unterlegenen Spielern der Kap Verde und spendete Trost.
Die Partie zeigte einmal mehr, dass Messi das Um und Auf im Spiel der Argentinier ist. Er erzielte nicht nur den Treffer zum 1:0. Martinez profitierte beim 2:1 von einem perfekten Pass. Und dem Siegtreffer – ein Eigentor von Diney Borges – ging ebenfalls eine punktgenaue Messi-Flanke auf Cristian Romero voraus. Gegen die starken Afrikaner kam aber auch er noch einmal mit einem blauen Auge und einer Beule davon.
Traumtor
Dass Kap Verde sich gegen Argentinien gleich zwei Mal von einem Rückstand erholte, das hätte vorher keiner geglaubt. Auch wenn die Mannschaft um Kult-Keeper Vozinha in der Gruppenphase ungeschlagen geblieben war. Deroy Duarte hatte den Underdog in die Verlängerung geschossen. In der Verlängerung traf Sidny Lopes Cabral dann per Traumtor zum neuerlichen Ausgleich. Vom dritten Gegentreffer erholten sich die tapfer kämpfenden Insel-Kicker aber dann nicht mehr.
„Die Spieler haben sich umarmt und geweint. Das zeigt auch, dass die Mannschaft eine Seele hat“, sagte ihr Trainer Bubista. „Ich bin sehr stolz auf das, was wir bei diesem Turnier gezeigt haben. Wir haben der Welt unsere Identität gezeigt“, sagte Bubista. „Ich kann unserer Mannschaft nur danken für ihre Mühen und für so viel Herz, das sie auf dem Platz gezeigt hat. Wir sind vielleicht ein kleines Land. Aber wir können gegen die besten Mannschaften der Welt spielen.“
Auch der argentinische Teamchef Lionel Scaloni zog seinen Hut: „Wenn man immer sagt, dass es keine leichten Gegner gibt, dann hat es dieser Gegner heute bewiesen. Eine großartige Mannschaft. Kap Verde hat 200 Prozent gegeben.“
Weltmeister der Herzen
Und Kap Verde hat sich in die Herzen der Fans rund um den Globus gespielt. Tormann Vozinha etwa hat vor der WM kaum jemand außerhalb Kap Verdes gekannt. Im ersten Spiel gegen Spanien (0:0) wurde er über Nacht weltberühmt – und das im wahrsten Sinner des Wortes.
Auch wenn die Blauen Haie ausgeschieden sind – der Titel „Weltmeister der Herzen“ ist ihnen kaum noch zu nehmen.
Source:: Kurier.at – Sport



