Frommer Bundesliga-Wunsch: Kein Fremdschämen für Fußballfans

Sport

So manche der 2,25 Millionen ORF-Seher werden beim von Spanien dominierten und von Argentiniern mit Rugby verwechselten Finale eingenickt sein. In den WM-Wochen davor aber hatten selbst bei Spielen ohne Österreich-Bezug und selbst zu konsumentenfeindlichen Zeiten bis zu eine Million und bei Argentinien – Österreich via ServusTV gar 2,5 Millionen vorm Bildschirm ausgeharrt. So gesehen fiel die Rückkehr in den Fußball-Alltag ernüchternd aus:

48 Stunden nach der WM wollten das erste Klub-Pflichtspiel in ORF 1 kaum 300.000 sehen. Während sich um 100.000 mehr für Hermann Maier entschieden, der auf ORF 2 zu gleicher Zeit Naturwunder aus den Zillertaler Alpen präsentierte. Für die Grazer Sturm-Leute ist die „Niederlage“ gegen den Herminator zu verkraften, legten sie doch mit einem 4:0 über den schottischen Spitzenklub Hearts of Midlothian die Basis für einen Startplatz in Fußball-Europa. Auch Rapid und Austria sollten sich nach Pflicht-Auswärtssiegen gegen No Names für weitere internationale Aufgaben noch vorm Bundesligastart qualifizieren.

Was ist für die Saison 2026/’27 zu wünschen? Mehr Mut zur Jugend. Damit nach dem jüngsten Grazer Vorbild Jacob Hödl, 19, und Luca Weinhandl, 17 (beide Torschützen beim 4:0) auch bei anderen Klubs Offensiv-Talente Einsatzminuten erhalten.

Befürchtungen

Was ist zu befürchten? Dass Außenseiter bei der WM Gesehenes kopieren, indem sie tief verteidigen und mit Betonmischerei so manch Ligaspiel zum Langweiler verkommen lassen.

Was ist zu hoffen? Dass sich Vereinsfans ähnlich gut benehmen wie jene 4.500 Österreicher, die – gelobt von Szenenkundigen des Innenministeriums – David Alaba und Co. zu vier Spielen begleiteten. Und dass wie bei der WM Pyrotechnik und minutenlanges Einnebeln des Feldes unterbleiben.

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Anders als bei europäischen Derbys veranlassten Kamera-Schwenks ins WM-Publikum nie zum Fremdschämen. Man sah fast nur fröhliche/friedliche Gesichter. Und geriet eine Partie zwischenzeitlich zur Fadesse, verhalf Fans der Blick auf riesige Video-Walls zur Abwechslung. Selbst Trainer und Ersatzspieler sahen oft nach oben, weil die Riesenbildschirme eine bessere Übersicht als jene von der Bank aus ermöglichten. Im Wiener Ernst-Happel-Stadion ist das anders: Dort war einer der beiden (verglichen mit US-Maßstäben ohnehin mickrigen) Bildschirme nach der Heim-EM 2008 sofort abmontiert worden.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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