
Gute Führung beginnt nicht mit Macht, sondern mit Haltung. Warum alte Führungsmuster ausgedient haben und welche Verhaltensweisen moderne Führungskräfte heute erfolgreich machen.
Führung neu: Reflektieren und über sich hinauswachsen
Folgende Verhaltensweisen, Konzepte und Haltungen sind in der Führungskompetenz angesagt und werden gerne bei Mitarbeitenden gesehen.
Humanität
Die Menschlichkeit rückt in den Fokus. „Moderne Führungskräfte bauen eine respektvolle Verbindung zu ihren Mitarbeitenden auf. Sie holen sie bei ihren Ängsten und Unsicherheiten ab“, sagt Coachin Ida Marie Stoegerer. Menschen sind dann engagierter, wenn sie für Menschen arbeiten, die sie mögen und wenn sie sich verbunden fühlen. „Das heißt nicht, dass man zum People Pleaser werden soll. Aber man hat wahres Interesse an seinen Mitarbeitenden und schafft ein vertrauensvolles Umfeld, ohne die Ergebnisse aus dem Blick zu verlieren“, ergänzt Coachin Judith Girschik.
Meditieren
Führungskräfte treffen täglich Entscheidungen unter Zeitdruck und Unsicherheit. Moderne Entscheidungsträger meditieren, um den Abstand zwischen Reiz und Reaktion zu vergrößern. Statt impulsiv zu handeln, fällt es leichter, Situationen bewusster zu bewerten und überlegter zu entscheiden. Sie sind dadurch klarer, reflektierter und fokussierter.
Ehrliche Kommunikation
In unsicheren Zeiten benötigt man Glaubwürdigkeit und Transparenz für Zuversicht. „Wir brauchen authentische und ehrliche Führungspersönlichkeiten, die nicht nur eine Rolle verkörpern und von oben herab kommunizieren, damit Mitarbeitende sich abgeholt und nicht veräppelt fühlen“, so Stoegerer. Moderne Führungskräfte leben das, was sie predigen. „Sie verstecken sich nicht auf ihren gemachten Positionen, sondern stellen sich dem Wandel mit Vorbildfunktion“, ergänzt Stoegerer.
An sich arbeiten
Persönlichkeitsentwicklung ist kein „Soft Skill“, sondern eine strategische Investition in Führung. Sie verbessert nicht nur die Fähigkeit einer Führungskraft, mit Komplexität und Veränderungen umzugehen, sondern wirkt sich direkt auf Motivation, Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden aus. „Gute Führung entsteht nicht allein durch Methoden oder Prozesse – sie beginnt mit der Fähigkeit, sich selbst zu führen und die persönlichen Schwachstellen zu beheben“, sagt Girschik.
Führung alt: Kontrollieren und Befehle geben
Folgende Führungsstile, Verhaltensweisen und Denkansätze sind nach wie vor präsent in den Unternehmen, aber nicht mehr modern und stoßen bei Mitarbeitenden zunehmend auf Widerstand.
Führen per Macht
Befehlen und Kontrollieren war über viele Jahrzehnte das dominierende Führungsverständnis. Es entstand in einer Zeit, in der Arbeit stark standardisiert, hierarchisch organisiert und vorhersehbar war. „Das hat absolut ausgedient. Wir sehen in aktuellen Studien, dass über 70 Prozent der Mitarbeitenden nicht mehr engagiert sind, und das ist eine Folge davon“, sagt Führungskräfte-Coachin Ida Marie Stoegerer. Warum sollte man sich auch engagieren, wenn man nur wie ein Objekt behandelt wird? Wertschätzung ist gefragt. Führung über DefiziteSchwerpunkt auf Schwächen, Fehlern und Leistungsabweichungen: Wenn Führungskräfte nur auf das schauen, was nicht funktioniert, bringt das niemanden in eine engagierte Handlung. „Das fördert auch keine Potenziale oder Innovationen“, sagt Expertin Judith Girschik. Führungskräfte als reine Optimierer braucht es nicht mehr.
Einer alleine
Einer gibt vor und die anderen machen nach? „Das funktioniert nicht mehr, da Wissen und die Herausforderungen unserer Zeit zu komplex geworden sind, um Mitarbeitende nicht einzubinden“, sagt Girschik. Mitarbeitende wollen auf Augenhöhe behandelt werden und mitgestalten.
Mikromanagement
„Mitarbeitende von heute reagieren gestresster bei Mikromanagement als die Generationen davor“, sagt Girschik. Mikromanagement bremst Geschwindigkeit und nutzt Wissen nicht optimal. Innovation braucht Freiräume. Moderne Führung setzt daher auf …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



