Impfen in der Apotheken: Möglicher Start 2027 in Etappen

Politik

Das Thema ist der Koalition offenbar so wichtig, dass zur Präsentation Ende Februar gleich alle drei Spitzen der Koalitionsparteien ausrückten: Ab dem kommenden Jahr soll das Impfen in den Apotheken möglich sein, verkündeten damals Christian Stocker, Andreas Babler und Beate Meinl-Reisinger. Mit einem derartigen Angebot, das es in anderen Ländern längst schon gibt, sollen die im internationalen Vergleich eher niedrigen Impfraten nach oben geschraubt werden. 

Noch heuer sollen die nötigen Beschlüsse fallen, hieß es damals. Seitdem war nicht mehr viel von dem gesundheitspolitischen Prestigeprojekt zu hören. Ist es wieder eingeschlafen? Womöglich auf Druck der Ärztekammer, die seit Jahren heftigen Widerstand leistet?

Mitnichten, wie man seitens des Gesundheitsministeriums betont. Man arbeite gerade intensiv an einer Lösung, heißt es gegenüber dem KURIER. 

Dass sie noch nicht vorliege, liege weniger an der Ärztekammer, sondern daran, dass eine Fülle von Details zu klären sei, um die nötigen Sicherheits- und Qualitätsstandards zu erfüllen. „Von der Ausbildung der Apotheker über die Verteilung der Impfstoffe bis hin zur lückenlosen Dokumentation und Nachverfolgbarkeit der Impfungen“, sagt ein Sprecher von Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). 

Insbesondere die Verteilung der Impfstoffe sei eine Herausforderung, heißt es aus Verhandlerkreisen. Sie sorgte wie berichtet bereits in den vergangenen Jahren immer wieder für Probleme. Sollte mit den Apotheken ein weiterer Impf-Anbieter dazukommen, würde die Situation noch komplexer werden. Denkbar ist daher, dass das Projekt in mehreren Etappen ausgerollt wird. So könnten in einem ersten Schritt in den Apotheken nur jene Impfungen angeboten werden, die nicht Teil des kostenlosen Impfprogramms sind – also beispielsweise die FSME-Impfung oder jene gegen Hepatitis B. Erst später könnten dann die kostenfreien Angebote (Influenza etc.) folgen. 

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Daneben mussten auch kleinere Details geklärt werden – etwa wie eine Apotheke mit Impf-Angebot räumlich ausgestattet sein soll. 

Ziel: Start Jänner 2027

Bei der Apothekerkammer heißt es: „Aus unserer Sicht sind alle notwendigen Vorarbeiten geleistet. Die weitere Umsetzung ist jetzt eine politische Aufgabe. Wir haben gehofft, bereits ab diesem Herbst einen Beitrag für eine höhere Durchimpfungsrate in Österreich leisten zu können. Nun gehen wir davon aus, dass Impfungen in Apotheken ab Jänner 2027 möglich sind.“

Bei der Ärztekammer bleiben nach wie vor Bedenken. Sie argumentiert vor allem damit, dass die für impfende Apotheker vorgesehene Ausbildung nicht vergleichbar sei mit jener, die Ärzte durchlaufen mussten. 

Die Grünen hingegen haben wenig Verständnis dafür, dass sich die Regierung bei der Umsetzung des Vorhabens so viel Zeit lässt. Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner verweist auf einen fertigen Gesetzesentwurf seiner Partei. Er stammt noch aus der Zeit, in der die Grünen den Gesundheitsminister stellten. Laut Schallmeiner könnten sich sogar die Freiheitlichen vorstellen, ihm zuzustimmen. „Die Regierung könnte ihn ja einfach übernehmen.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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