Shein: Ultraschnelle Mode drängt an die Börse

Wirtschaft

Noch im August will Shein nach zwei gescheiterten Versuchen in New York und London endlich den Sprung an die Börse in Hongkong schaffen. Die Abschaffung von Zollfreigrenzen in den USA und der EU hat dem umstrittenen Fast-Fashion-Unternehmen zuletzt zugesetzt. Der KURIER fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Börsengang zusammen.

Wann will Shein an der Börse starten?

Der Handelsstart ist am 28. August an der Börse von Hongkong geplant. Der Start des Börsengangs soll bereits am kommenden Mittwoch erfolgen. Ab dann sollen der Emissionspreis und die Aktienverteilung ermittelt und das Kaufinteresse von institutionellen Investoren erhoben werden. Angeboten werden voraussichtlich fünf bis zehn Prozent des Unternehmens über neue Aktien. Wie viel die Aktien kosten werden, soll zwei bis drei Tage vor dem Handelsstart bekannt gegeben werden.

Wie hoch wird das Unternehmen bewertet?

Shein rechnet bei dem Börsengang mit einer Bewertung von umgerechnet 25 bis 28 Mrd. Dollar (rund 22 bis 24 Mrd. Euro). Die Investmentbank Morgan Stanley, die den Börsengang federführend betreut, kommt in einer Studie sogar auf 39 bis 53 Mrd. Dollar. Aber auch das ist deutlich niedriger als die vor vier Jahren im Zuge einer Finanzierungsrunde kolportierte Bewertung von 100 Mrd. Dollar. 

Womit verdient Shein Geld?

Das 2012 in China gegründete Unternehmen hat die Fast Fashion genannte Billigmode noch einmal beschleunigt. Neue Artikel werden zuerst in Kleinserien getestet. Erst wenn sie stark nachgefragt werden, wird in größeren Mengen produziert. Die sogenannte Ultra Fast Fashion, die auf laufender Datenauswertung und flexibler Produktion aufbaut, macht monatelange Planungsprozesse überflüssig und hält Lagerkosten niedrig. Die Ware wird online direkt an Kunden verkauft. In China ist das Unternehmen so gut wie unbekannt. Produziert wird ausschließlich für den Export ins Ausland.

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Warum ist Shein umstritten?

Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Vorwürfen zu kämpfen. Sie reichen von der Verwendung gefährlicher Chemikalien und fragwürdigen Arbeitsbedingungen bis hin zu Zwangsarbeit bei Zulieferern. Auch der Verkauf illegaler Produkte und irreführende Praktiken im Online-Handel werden Shein vorgeworfen. Die EU hat im Februar wegen Verstößen gegen das Verbraucherrecht ein Verfahren eingeleitet.

Wer steckt hinter dem Unternehmen?

Gegründet wurde Shein 2012 vom chinesischen Unternehmer Xu Yangtian, der auch unter den Namen Sky Xu oder Chris Xu bekannt ist und als CEO und Verwaltungsratsvorsitzender der Shein Global Holdings fungiert. Im Prospekt zum Börsengang werden auch Maggie Gu, Molly Miao und Tony Ren als Mitgründer genannt. Die vier Gründer halten zusammen rund 65 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Finanzinvestoren, darunter die Staatsfonds von Abu Dhabi und Saudi-Arabien. 2022 wurde der Hauptsitz nach Singapur verlegt. Hergestellt werden die Waren hauptsächlich im chinesischen Guangzhou. Die Konzernstruktur ist komplex. Gesellschaften sitzen auch auf den Cayman Islands, Hongkong und Dublin.

Wie sehen die Geschäftszahlen aus?

Das Wachstum des Modehändlers, der laut Börsenprospekt 273 Mio. Kunden in 160 Ländern zählt, ist ins Stocken geraten. Nach Zuwächsen von mehr als 40 Prozent im Jahr 2023 und 20 Prozent 2024, waren es 2025 nur noch acht Prozent. Im vergangenen Jahr setzte Shein 41,85 Mrd. Dollar um. Der Gewinn lag bei etwas über zwei Mrd. Dollar. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schrieb Shein mit einem Minus von 99 Mio. Dollar sogar …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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