Investoren erklären, warum sie so selten in Gründerinnen investieren

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Deutsche Gründerinnen erhalten signifikant weniger Risikokapital als männlich geführte Startups.
Business Insider hat mehrere Investoren gefragt, warum sie so wenig in frauengeführte Startups investieren. Ihre Antworten überraschen.
Eine Expertin erklärt, warum Männer Frauen in der Kapitalakquise anders bewerten als männliche Gründer.
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Gründerinnen sind in Deutschland nicht nur drastisch unterrepräsentiert, sie werden auch deutlich weniger finanziell unterstützt. Nur 5,2 Prozent der von Frauen geführten Startups erhalten Investitionen von Venture Capital Firmen (VC), zeigt die Studie „Female Founders Monitor“.

Business Insider hat Investoren gefragt, warum sie so wenig in Gründerinnen investieren. Ihre Antworten überraschen: Fast alle erkennen die geringere Finanzierung von Gründerinnen als ernsthaftes Problem an. Und geloben Besserung für die Zukunft.

„Bei diesem Thema gibt es nichts zu beschönigen“

„Bei diesem Thema gibt es nichts zu beschönigen“, sagt Fabian Heilemann, Partner bei dem Venture Capital Fonds Earlybird. Earlybird hat aktuell keine aktiven Investments in Startups mit einer Gründerin oder einem weiblichen Chef. Heilemann sagt: „Das ist dramatisch und wir arbeiten hart daran, dies schnellstmöglich zu ändern.“

Auch Jan Schultze, Managing Partner von der Münchner VC-Firma Acton Capital, sagt: „Wir würden gerne viel mehr in Gründerinnen investieren.“ Es fehlten jedoch einfach die Bewerberinnen. Bei dem Venture Capital Fonds pitchen im deutschen Raum nach wie vor hauptsächlich 90 Prozent männliche Gründer um Risikokapital – obwohl das Unternehmen sich aktiv bemühe, mehr Gründerinnen zu finanzieren, so Schultz.

Über 20 Prozent der aktiven Investments von Acton Capital würden derzeit auf gemischte oder rein weibliche Gründerteams entfallen, zum Beispiel auf Cluno aus Deutschland. Allein im Jahr 2019 investierte Acton Capital aber schon in über 50 Prozent gemischte Teams. Verbesserungen sind also offenbar möglich.

Expertin erklärt: Die Geschäftsmodelle entscheiden

In der Suche nach Gründen für die ungleiche Verteilung müsse man differenziert argumentieren, sagt Heike Hölzner, Professorin für Entrepreneurship an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Tatsächlich werde zunächst nach Geschäftsmodell entschieden, welches Startup eine Finanzierung erhält. Das Problem in der Kapitalakquise ist, dass Frauen häufiger in Bereichen wie E-Commerce und weniger in skalierbaren Hightech-Projekten gründen, zeigt der Female Founders Monitor 2018. Die Studie zeigt aber auch, dass Gründerinnen selten externes Kapital aufnehmen möchten, weil ihre Startups oft eher aus eigenen Kapitalreserven wachsen.

„Neben wirtschaftlichem Erfolg sind Frauen bei ihren Gründungen häufiger auch gesellschaftliche und soziale Ziele wichtig“, sagt Hölzner. Dadurch sei das dynamische Wachstum, die sogenannte Skalierbarkeit des Geschäftsmodells, oft begrenzt und das passe wiederum nicht zum Geschäftsmodell von Risikokapitalgebern.

Studie: Frauen erzielen mit ihren Startups auf Dauer höhere Renditen

Das Investitionsverhalten der VC-Firmen ist auf den ersten Blick zwar nachvollziehbar, bei genauerem Hinsehen aber irrational, sagt die Expertin. Frauengeführte Startups wachsen statistisch betrachtet zwar langsamer, weisen aber auch weniger Ausfallquoten auf, wodurch die Renditen letztendlich höher sind: Für jeden in sie investierten VC-Dollar erwirtschaften sie 78 Cent Umsatz, Männer nur 31 Cent, so eine weitere Studie der Unternehmensberatung BCG. Das scheint auch bei den Investoren langsam anzukommen. „Wir sehen in gemischten Gründerteams ganz klare Vorteile beim Aufbau eines langfristig erfolgreichen Startups“, sagt Jan Schultze von Acton Capital.

Rechnet man den Faktor des Geschäftsmodells aber heraus, …read more

Source:: Business Insider.de

      

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