Unterstützer in Deutschland?: Das mörderische Netzwerk des Attentäters von Halle

Politik

„Hi, ich heiße Anon“- mit diesen Worten wendet sich Stephan B. an sein Publikum und startet die Live-Übertragung seines Gewalt-Zuges durch Halle. Auf seinem Helm hat er eine Kamera montiert. Gut eine halbe Stunde lang ist das Grauen live im Internet zu sehen. Fünf Menschen verfolgen die Morde in Echtzeit. Tausende werden später das Video teilen, posten, herunterladen.

Der Attentäter tötet wahllos zwei Menschen in der Nähe der Synagoge. Er agiert wie in einem Video-Spiel. Und nur wie durch ein Wunder erreicht er nicht die „nächste Stufe“. Die schwere Holztür der Synagoge, in der sich zur Tatzeit mehr als 70 gläubige Juden aufhielten, hält den Angriffen von „Anon“ stand. Es hätte viel mehr Tote geben können. Genau das war eigentlich sein Ziel.

Der Attentäter von Halle nennt sich „Anon“

„Anon“ist ein Kürzel für „Anonymous“, eine Referenz auf die Internet-Foren, in denen alle Nutzer unter dem Pseudonym „Anonymous“posten und sich gegenseitig „Anons“ nennen. Stephan B. handelt allein, aber einsam ist er nicht. Sein Netzwerk ist global. Der Attentäter spricht die meiste Zeit Englisch. Er wird beobachtet und will beobachtet werden.

Bereits während seiner Tat glaubt der Attentäter zu wissen, dass er „verkackt“ hat, wie er selbst sagt. Er ahnt, dass aus Sicht einer internationalen, gewaltbereiten, weißen, rassistischen und antisemitischen „Fan“-Gemeinde, die Blut sehen will, etwas schief läuft. Er wollte den Menschen in einer Internet-Welt aus kruden Verschwörungstheorien imponieren – durch eine möglichst hohe Zahl an Opfern. Dass dies nicht gelingen wird, weil die selbst gebauten Waffen versagen und er nicht in die Synagoge kommt, ist Stephan B. schon nach wenigen Minuten klar.

Stephan B. sucht Nachahmer

Der 27-jährige weiße Deutsche, dem der Massenmord verwehrt bleibt, hält sich deshalb für einen Versager – was für eine perfide Logik. „One time Loser, always Loser“, sagt er in seinem Livestream, als eine Waffe mal wieder nicht schießt, und bevor er frustriert sein Handy aus dem Mietwagen schleudert, nennt er sich „complete Loser“ – einen „kompletten Versager“.

Das Wort „Versager“ ist verräterisch. In ihm steckt die Saat für die eigentliche Dimension der Tat und der Schlüssel zum Netzwerk des Täters. Stephan B. hatte Vorbilder – und er will…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Politik

      

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