Ex-Austrianer Troyansky: „Österreich ist für Argentinien unangenehm“

Sport

Wenn Österreich in Dallas auf Argentinien trifft, dann befindet sich Fernando Troyansky in einer emotionalen Zwickmühle. Der Argentinier verbrachte lange Zeit seiner Karriere in Österreich, vor allem bei der Wiener Austria in der Ära von Frank Stronach.

Er ist nach wie vor der Argentinier mit den meisten Spielen in der österreichischen Bundesliga.

Als er einst unter Arie Haan an den Verteilerkreis kam, glaubten viele  an ein Missverständnis. Denn die Veilchen holten ihn als rechten Verteidiger, erkannten nach einer Woche, dass es sich beim Argentinier um einen linken Verteidiger handelte. Kann passieren.

Am Ende wurde Troyansky, Liebling von Geldgeber Frank Stronach, bei den Fans eine Kultfigur. Nicht zuletzt ob seiner langen haare, die bei seinem intensiven Spielstil stets durch die Luft flogen.

Wiener Erinnerungen

Troyansky denkt sehr gerne an seine Zeit in Österreich, speziell im 10. Wiener Gemeindebezirk. „Ich habe damals einen taktischen und sehr intensiven Fußball kennengelernt, auch im physischen Bereich ist mehr gearbeitet worden als in Argentinien. Das hat mich schon überrascht“, erinnert sich Troyansky an seine Anfänge.

Heute lebt der 48-Jährige mit seiner Frau und den Zwillingen in Madrid, betreibt in der Calle Goya sein Fitnessstudio. Und er spricht nach wie vor Deutsch.

„Das Spiel gegen Österreich wird sehr schwer, weil das Team von Rangnick taktisch sehr gut agiert und Argentinien auch physisch fordern wird. Österreich hat sich in ein Wettkampf-Team verwandelt in den letzten Jahren. Das hat man zum Auftakt gegen Jordanien gesehen, wo sie sich trotz Probleme durchgesetzt haben. Sie können auch für Argentinien unangenehm werden.“

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Natürlich verfüge Argentinien über sehr hohe Qualität, mehr als  im Schnitt die österreichischen Spieler mitbringen. „Aber Österreich hält mit Intensität und Pressing dagegen, was für jeden Gegner unangenehm ist. Wenn es Argentinien gelingt, dies mit technischer Qualität zu durchbrechen, dann wird man die Hierarchie im Spiel herstellen können.“

Seinem  Heimatland traut der die Titelverteidigung durchaus zu, nach dem 3:0 und dem Gala-Auftritt von Lionel Messi fühlt er sich bestätigt. „Argentinien hat eine jüngere Mannschaft mit einer guten Mischung, daher zähle ich den Weltmeister zu den Titelfavoriten, natürlich dank der Klasse eine Lionel Messi oder Lautaro Martinez.“

Amüsiert hat er sich über die Diskussionen vor der WM, ob Argentinien ohne Messi vielleicht noch stärker sei. Die Antwort ist seit Dienstag ohnehin gegeben. „Mit Messi ist Argentinien immer besser, er wird nach wie vor der Schlüssel im Spiel sein. Daher verstehe ich die Diskussion nicht, ob Argentinien ohne Messi womöglich stärker sein könnte.“

Argentinien & Österreich

Die Gruppe sei nicht leicht. „Ich gehe davon aus, dass Argentinien und Österreich weiterkommen werden“, formuliert Troyansky sein Wunschszenario, um beide Herzen in seiner Brust höher schlagen zu lassen. Der erste Spieltag weist zumindest in diese Richtung.

Zu den Titelfavoriten zählt er Frankreich, Spanien und Argentinien, vielleicht auch noch Deutschland, wenn es im Turnier in einen Lauf kommt. „Das ist eine Nation wie Österreich, taktisch und physisch stark, da ist vieles möglich.“

Auch für Österreich. „Weil viele sie nicht auf der Rechnung haben. Generell muss man vor den europäischen Teams Respekt haben.“ 

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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