ÖFB-Gegner Argentinien: Wo der Fußball noch König ist

Sport

Die neuen argentinischen Personalausweise sind ein Dokument der großen Leidenschaft, die dieses Land eint. Vom Rio Mojinete im Norden bis tief hinunter nach Feuerland. Seit Kurzem zieren die Personalausweise drei Sterne. 

Offiziell aus Gründen der Ästhetik, aber für die Argentinier haben die Sterne Symbolkraft: Sie stehen für drei WM-Titel: 1978, 1986 und 2022.

Ballmächtig

Der Fußball ist in Argentinien mehr als nur die wichtigste Nebensache der Welt. Nahezu alles dreht sich um ihn, nicht nur wenn gerade eine WM stattfindet und La Albiceleste, wie Argentiniens Nationalteam genannt wird, den Titel holen soll. 

Zumindest aber soll Argentinien immer und überall den Nachbarn und Rekordweltmeister Brasilien (5 Titel) ins Abseits stellen.

Heldenstatus

Dieses ewige südamerikanische Nachbarschaftsduell ist vielleicht am ehesten noch vergleichbar mit der traditionellen Rivalität zwischen Österreich und der Schweiz im Skisport. 

Den Volksheldenstatus, den die weltmeisterlichen Ballkünstler Diego Maradona oder Lionel Messi in Argentinien besitzen, haben hierzulande nur Skifahrer wie Franz Klammer oder Hermann Maier je erreicht.

Rambazamba beim Public Viewing

Als Klammer 1976 am Patscherkofel Olympiagold in der Abfahrt gewann, waren die Straßen in Österreich wie leer gefegt. Montagabend wird vermutlich genau das Gegenteil der Fall sein. 

Gemma Weltmeister schauen, heißt das Motto, wenn sich vom Bodensee bis zum Neusiedlersee die Österreicher zur Primetime zum Public Viewing treffen.

Hauptstadt des Fußballs

Argentinien vs. Österreich ist zumindest auf dem Papier ein ungleiches Duell. 1.543.410 offizielle Mitglieder hat der argentinische Fußballverband, die Dunkelziffer ist freilich weit höher. Knapp 600.000 Kicker sind in Österreich registriert.

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Schon 1912 gab es in und rund um Buenos Aires über 500 Fußballvereine, heute stellen die Klubs aus dem Ballungsraum der argentinischen Hauptstadt weit mehr als die Hälfte der 30 Teams in der Primera Division. Zum Vergleich: In der österreichischen Zwölferliga ist Vorarlberg mit gleich vielen Klubs vertreten wie Wien.

98:80 für Österreich

33 Mal würde Österreich in das zweitgrößte südamerikanische Land passen. Für die Größe und die Bevölkerungszahl (45,7 Millionen Einwohner) ist Argentinien eigentlich eine erstaunlich kleine und vergleichsweise unerfolgreiche Sportnation. 

Selbst bei Sommerspielen hat Österreich deutlich mehr Olympiamedaillen gewonnen als Argentinien – 98:80.

Der „verrückte“ Präsident

Das Selbstwertgefühl des Landes definiert sich nun einmal über den Ball. Das weiß auch der oberste Spielmacher des Landes. Seit zweieinhalb Jahren ist Javier Milei als Präsident, in dieser Zeit hat der ultralibertäre und verhaltensoriginelle Politiker Argentinien einen radikalen Sparkurs verordnet (massive Senkung der Staatsausgaben, gnadenlose Entbürokratisierung).

Das nahm die Bevölkerung noch geduldig hin. Als der frühere Tormann – Kosename El Loco, der Verrückte – aber ankündigte, die argentinischen Fußballvereine für ausländische Investoren öffnen zu wollen, gingen die Argentinier auf die Barrikaden.

Über ihren geliebten Fußball lassen die Argentinier nichts kommen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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