WM-Stadien in Katar: Frauen erlaubt, Bier nicht

Sport

Für die internationalen Gäste drücken die konservativen Behörden ein Auge zu. Welche Gesetze und Normen den Fußballfan in Katar erwarten.

Eine Million Gäste werden bei der Fußball-WM der Männer in Katar im November 2022 erwartet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wer seinen eigenen Trip in den Golfstaat bereits planen will, muss zumindest bei Eintrittskarte und Hotel noch warten. Der Vorverkauf beginnt demnächst, meldet die FIFA. Für die Reiseplanung gibt der KURIER einen Überblick über Voraussetzungen, Gepflogenheiten und Gesetze im umstrittenen Ausrichter-Land.

Klima
EPA/ALI HAIDER

Bei bis zu 42°C im Sommer konnte das Turnier nicht wie üblich im Juni und Juli geplant werden, es findet stattdessen im November und Dezember statt. Die Durchschnittstemperatur von rund 25°C stimmt den europäischen Fan schon versöhnlicher. In den Stadien wird es durch – umstrittene – Klimaanlagen ohnehin maximal 24 Grad haben.

Alkohol
APA/AFP/DANIEL LEAL-OLIVAS

Wer sich bei den warmen Temperaturen mit einem frischen Bier abkühlen will, muss wohl größtenteils enttäuscht werden: Alkohol ist in dem streng islamischen Land grundsätzlich verboten. Doch die Veranstalter entschieden sich, den Gästen entgegenzukommen. Schon jetzt kann man in den Hotelbars Bier, Wein und andere alkoholische Getränke kaufen – zu entsprechend hohen Preisen allerdings. So kostet ein kleines Bier in der Flasche in der Bar einer großen Hotelkette in Doha etwa neun Euro. Noch teurer kommt zum Beispiel ein Achterl Rotwein, für das man schon mal um die 20 Euro zahlen muss.

Während der Klub-WM 2020 wurde nicht nur in den Hotels, sondern auch in den Fanzonen Alkohol ausgeschenkt. Die Stadien blieben aber streng alkoholfrei. Die Letztentscheidung, wie bei der Weltmeisterschaft mit dem Alkohol umgegangen wird, ist noch nicht gefallen.

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Frauen
APA/AFP/FAYEZ NURELDINE

Seit 2019 dürfen Frauen Fußballspiele besuchen. Doch Frauenrechte sind immer noch stark eingeschränkt. In Katar regiert der Wahhabismus, eine erzkonservative Auslegung des sunnitischen Islams. Katarerinnen müssen schwarze Obergewänder (Abaja) tragen. Sie haben einen männlichen Vormund, ohne den sie nicht arbeiten, verreisen, studieren oder Entscheidungen für ihre eigenen Kinder treffen können. Bei Touristinnen ist das Emirat viel lockerer: Verhüllen müssen sie sich nicht. Wenngleich es nicht „erwünscht“ ist, zu viel Haut zu zeigen. Im Taxi sollten Frauen hinten sitzen. Viele Männer geben den Frauen die Hand nicht und verneigen sich stattdessen freundlich.

Reist man als unverheiratetes Paar nach Katar, sollte man mit Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit vorsichtig sein, denn das könnte bestraft werden. Die katarischen Staatsorgane werden während der WM allerdings in vielen Bereichen ein Auge zudrücken, glauben Beobachter.

LGBTIQ
Action Images/CARL RECINE

Das soll angeblich auch für Strafen gegen gleichgeschlechtliche Paare gelten. Homosexualität ist in Katar verboten und wird geahndet. Dennoch versprechen die Organisatoren, niemand müsse sich während des Turniers aus diesem Grund wegen Verfolgung fürchten. Angeblich sollen während der WM „sogar“ Regenbogenflaggen „respektiert“ werden.

Einreise/Corona
APA/AFP/KARIM JAAFAR

Doha ist von Wien aus leicht direkt – in rund fünf Stunden – erreichbar. Katar gilt als sicheres Reiseland. Bei der Einreise braucht man ein Visum, vor her muss man sich elektronisch anmelden. Nur mit vollständiger Covid-Impfung entgeht man der 7-tägigen Hotel-Quarantäne. Zusätzlich wird derzeit bei Einreise ein negativer PCR-Test verlangt. Vor Ort muss man die lokale Corona-App herunterladen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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