
Das letzte Höhentrainingslager führte Felix Gall bereits in das Land seiner Radfahrer-Träume. Am Ätna in Sizilien stimmte sich der Osttiroler auf den Giro d’Italia ein, der am 8. Mai in Bulgarien startet.
Giro statt Tour
Felix Gall verzichtet heuer auf ein Antreten bei der Tour de France, sein Decathlon-Team setzt beim Saisonhöhepunkt auf den französischen Jungstar Paul Seixas (19). Österreichs Sportler des Jahres 2023 soll beim Giro d’Italia und im Herbst bei der Vuelta die Erfolge einfahren.
Für den 28-Jährigen ist es der zweite Start beim Giro, 2022 belegte er den 50. Platz. „Damals wollte ich nur ins Ziel kommen und hatte nicht ansatzweise die Leistungsfähigkeit, die ich jetzt habe.“
KURIER: Sie haben in dieser Saison einen anderen Fahrplan und bereits im Mai mit dem Giro d’Italia einen Höhepunkt. Hat das etwas in der Vorbereitung geändert? Felix Gall: Ich habe grundsätzlich jetzt nicht so viel anders gemacht als in den letzten Jahren. Aber natürlich muss man sich ein bisschen anpassen: Ich bin im Training früher als sonst größere Umfänge gefahren, war öfter im Höhentrainingslager und bin auch mit meinem Gewicht bereits niedriger als sonst um diese Jahreszeit.
Wissen Sie denn, wo Sie stehen? Sie haben heuer nur die UAE-Tour und die Katalonien-Rundfahrt bestritten?
Ich weiß, dass ich fit und gut drauf bin, das lässt sich auch an meinen Wattzahlen ablesen. Ich war bei den beiden Rundfahrten bei den Bergetappen vorne dabei, das tut immer gut, weil es eine Bestätigung ist, dass die Vorbereitung gepasst hat. Grundsätzlich bin ich sicher viel relaxter als früher.
Wenn jemand Fünfter bei der Tour de France war und Achter bei der Vuelta, wo muss, wo soll dann die Reise hingehen beim Giro?
Die Top Ten sind inzwischen sicher nicht mehr mein Anspruch. Das wäre mir nach dem letzten Jahr zu wenig. Ich habe wieder einen Schritt nach vorne gemacht, daher ist meine Schlussfolgerung: Das Podium bei einer Grand Tour muss mein Ziel sein. Ich weiß, das ist ein hohes und ambitioniertes Ziel, aber es ist auch realistisch, wenn alles perfekt läuft. Und ich habe heuer ja zwei Chancen.
Sie lassen die Tour de France aus und starten bei der Vuelta in Spanien.
Ich bin die Vuelta mittlerweile zwei Mal gefahren, aber immer mit der Müdigkeit der Tour de France in den Beinen. Da bin ich heuer wirklich gespannt, was dort möglich ist ohne die Belastung der Tour. Wenn ich den Sommer ganz bewusst rennfrei halte, mich erhole und mich gezielt auf die Vuelta vorbereite.
Worauf kommt es bei einer dreiwöchigen Rundfahrt an?
Ich habe gemerkt und gelernt, dass bei einer dreiwöchigen Rundfahrt die Konstanz das Um und Auf ist. Bei einer Tour de France ist es völlig normal, dass man einmal einen schlechten Tag hat. Entscheidend ist aber, dass man dann trotzdem performt. Dafür braucht man Vertrauen in sich und seinen Körper, und das habe ich inzwischen: Ich weiß, ich bin stark in den Bergen. Und ich habe mich als Fahrer weiterentwickelt.
Woran machen Sie das fest?
Bei der letztjährigen Tour de France waren die ersten zehn Etappen gar nicht nach meinem Geschmack. Viele Flachetappen, viel Unruhe im …read more
Source:: Kurier.at – Sport



