„Die ersten zehn Minuten seid ihr im Überlebensmodus. Da sind die Doggies sehr aufgeregt“, lässt Mario Falak-Eismayer den KURIER vor dem Wiedersehen nach zwölf Jahren wissen.
Vor Ort in Ungarn, knapp zwei Autostunden von Wien entfernt, hört man sie erst hinter dem Tor bellen, die Krallen gegen das Metall schlagen, ehe die Tür im Tor aufgeht und sie vor dem Besuch stehen, auf ihn springen, ihn kennenlernen und gleich spielen wollen: Acht Mischlingshunde (Malinois/Beauceron) heißen die Gäste willkommen, bevor die Besitzer zu Wort kommen.
Später werden Charles und Mario Falak-Eismayer erzählen, dass sie nach ihrer Verpartnerung 2014 in der Maria-Theresien-Kaserne über Adoption nachdachten, doch als Charles an Krebs erkrankte, sie sich für Ungarn statt Österreich als Lebensmittelpunkt und gegen Kinder, dafür für viele Hunde entschieden.
Charles Falak-Eismayer, Vizeleutnant und der Legende nach einst härtester Ausbildner des Bundesheeres, ist in Pension und braucht – wie er ohne Umschweife und mit einem Lächeln klar macht – „immer Arbeit und Stress“.
Kinder & Krebs
Was der 69-Jährige meint, das ist offenkundig, das offenbart erst ein Blick auf und dann ein Rundgang durch das 8.000 m2 große Anwesen, das Platz für zwei Häuser, acht Hunde, Hühner und Schafe, Enten, Pfaue und eine Burg bietet, die das Paar selbst gebaut hat. Nur die „normale Zugbrücke“ fehle noch, wie Major Mario Falak-Eismayer anmerkt. Durch die Burggräben werde bald Wasser fließen und damit ein Traum in Erfüllung gehen.
Den Traumberuf, der für Rekruten teils einem Albtraum glich und von dem ein Film (David Wagners preisgekrönter „Eismayer“) Zeugnis ablegt, gibt es für Charles Falak-Eismayer in der Form nicht mehr – doch die Erinnerung daran.
Ausbildner zu sein, „das heißt, dass du mit jungen Menschen aus allen Schichten arbeitest – vom Hilfshackler bis zum Maturanten. Dass du jemandem lernst, selbstständig zu sein. Nicht, dass der Vater, die Mutter, die Tante, die Oma es richtet, sondern, dass man selbst lernt, auf zwei Füßen zu stehen. Wenn du siehst, dass du aus einem jungen Menschen einen stolzen Mann machst: Das ist das Wunderschönste!“
Wie hart „Eismayer“, der als „Schleifer“ und „Wetzer“ verschrien ist, sein kann, das weiß sein Mann, den er liebevoll „mein Jugo“ nennt. „Charles hat sehr hart ausgebildet, aber er war willig, alles als Vorkämpfer durchzuführen, und somit hat er das von seinen Untergebenen verlangt.“
Seit wenigen Jahren ist „Eismayer“ nun nicht mehr aktiv, doch das Heer ist allgegenwärtig. Einmal Soldat, immer Soldat.
Mann Mario, der gegenwärtig Dienst in der Auslandseinsatzbasis Götzendorf versieht, sagt, das Heer sei offener geworden, und ihre Hochzeit sei wohl „ein Stein des Anstoßes“ gewesen, dass Soldaten sich outen. Sein Ehemann sieht sich zwischen zwei Zigarettenlängen ein wenig leid, das nicht mehr unter Beweis stellen zu können, und tut das kund.
„Wäre ich noch aktiv, tausendprozentig hätte ich eine Regenbogenfahne in der Kaserne aufgehängt. Als fixes Zeichen, dass wir wirklich offen und tolerant sind. Und ich hätte darauf gewartet, dass irgendjemand befiehlt, sie herunterzunehmen. Es wäre ein Fressen für mich gewesen!“
Regebogen & Reform
Einheiten „mit Ewiggestrigen“ gebe es noch, aber es gebe auch „die anderen, die aufgeschlossen sind“. Dazu beigetragen haben für den einstigen Ausbildner …read more
Source:: Kurier.at – Politik



