Manner-CEO: Die ikonische Schnitte wird sich verändern müssen

Wirtschaft

Dieter Messner ist seit September neuer CEO bei Manner. Er ist ein klarer, direkter Analytiker und passt damit nur bedingt zum Traditionsunternehmen. Sein Mantra, das er immer wieder ausspricht: kürzen, schneller, flexibler, agiler werden. Der ehemalige McKinsey-Berater über seine konkreten Pläne.

KURIER: Sie waren früher bei McKinsey. Als Unternehmensberater: Sehen Sie bei einem Unternehmen, was andere nicht sehen?

Dieter Messner: Das langjährige Beratersein trainiert eine gewisse Sicht, etwa, wie man analysiert, um festzustellen, was läuft, was nicht. Aber ich war jetzt auch 20 Jahre woanders. Als Berater ist man kein Wunderwuzzi, aber es gibt bei Firmen oft Gemeinsamkeiten. Bei Manner ist eindeutig das Fokusthema im Vordergrund. Das können Sie bei vielen Unternehmen sehen: tendenziell defokussieren sich Unternehmen. Ich bin nicht als Süßwarenexperte gekommen, aber ich erkenne Themen, weil sie frappierend oft zu finden sind.

Sie sind kein Süßwarenexperte. Was dann?

Ich habe 20 Jahre Handel gemacht. Die strategischen Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind nichts Neues. Jetzt geht es darum, im Süßwaren-Kontext dafür Antworten für die nächsten zehn Jahre zu finden.

Sie sind seit acht Monaten CEO. Haben Sie schon Ihre Handschrift hinterlassen können?

Ich glaube ja, aber da steht sehr viel vor uns. Wir wollen als kleines Unternehmen einen Vorteil geltend machen, nämlich klein, flexibel und schnell zu sein. Das sind wir noch nicht ausreichend, aber das brauchen wir, um in dieser wettbewerbsintensiven Branche zu bestehen. Wir haben einen Kulturwandel eingeleitet.

Manche CEOs kommen und verändern die Unternehmensfarbe.

Nein. Mach ich nicht und hab ich nicht vor. Das ist auch nicht das Thema, an dem es happert.

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Es ist aber oft das Erste, an dem gedreht wird.

Ja, und das ist fatal. Marketing ist ein Spielball für viele. Aber Marketing hat viel mit Beständigkeit zu tun. Ich werde also weder das Rosa noch den Schriftzug verändern. Wir haben wichtigere Themen.

In der Bilanz gab es Auffälligkeiten. Es geht um zwei Themen: die Rohstoffpreise und die Haselnussfarm in Aserbaidschan. Was ist da los?

Wir hatten angenommen, dass dieses Jahr schon eine große Ernte stattfindet, die wird dieses Jahr aber nicht so groß sein. Die 180.000 Bäume sind einfach noch nicht so weit.

Wieso haben Sie dort gepflanzt und nicht hier, etwa im Weinviertel?

Das ist acht Jahre her. Ich denke, weil damals dort Land günstig war.

Wenn die 180.000 Bäume liefern, wie viel können Sie von Ihrem Bedarf decken?

Im Spitzenausbau 20 Prozent unseres Bedarfs. Das hilft. Der Zukauf von Haselnüssen ist heute immer noch stark von einem Land geprägt: der Türkei. Von dort kommen 70 Prozent der Weltproduktion an Haselnüssen. Und vergangenes Jahr hat sich durch Frost die Ernte halbiert und der Preis verdoppelt. Wir wollen uns unabhängiger machen.

Wie macht das der große Haselnusscreme-Hersteller aus Italien?

Der kauft 30 Prozent der Weltproduktion. Ferrero ist eine Riesenmacht und das Preisgefüge zwischen Türkei und Ferrero ist oftmals ein Indikator für die gesamte Branche. Das ist nicht unbedingt gesund.

Damit zu den Rohstoffpreisen: Was macht da die größten Probleme?

Die Kakaopreise waren historisch bis zum dritten Quartal 2024 immer auf einem Niveau von 2.000 bis 3.000 Euro die Tonne. Das ist Ende 2024 auf 12.000 hochgegangen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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