
Der deutsche Reisekonzern TUI geht nicht von einem Mangel an Flugbenzin als Folge des Iran-Kriegs im Sommer aus. „Die Diskussion ist sehr erstaunlich“, sagte TUI-Chef Sebastian Ebel am Mittwoch. „Es gibt gar keine Indikation dafür.“ Andere Lieferländer seien in die Lücke gesprungen, die durch das Ausbleiben von Öllieferungen aus dem Nahen Osten aufgrund der Blockade der Schiffsroute am Persischen Golf gerissen worden sei.
Mangel an Flugbenzin: „Gehe davon aus, dass wir keinen Engpass haben“
Es gebe Lagerbestände. Gleichzeitig sei die Ölnachfrage aufgrund der gestiegenen Preise gesunken. „Wir gehen davon aus, dass wir keinen Engpass haben werden“, betonte Ebel. TUI selbst habe sich gegen einen Preisanstieg von Kerosin mit Termingeschäften abgesichert – im Sommer gelte das für 85 Prozent des Bedarfs, im Winter für rund 60 Prozent.
TUI hat im zweiten Quartal des bis September laufenden Geschäftsjahres trotz Belastungen des Iran-Krieges den Verlust gedrückt. Von Jänner bis März verbesserte der Konzern das bereinigte Betriebsergebnis um 19 Mio. Euro oder rund neun Prozent auf einen Fehlbetrag von 188 Mio. Euro. Das starke erste Halbjahr gebe Rückenwind für ein herausforderndes zweites Halbjahr, erklärte das Unternehmen am Mittwoch.
TUI: Sinkende Buchungszahlen
Wirtschaftliche und geopolitische Krisen erforderten hohe Flexibilität, erklärte TUI-Chef Sebastian Ebel vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg. „Das sehr gute Ergebnis gibt uns Zuversicht für das 2. Halbjahr.“
TUI bekräftigte die im April gesenkte Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr – statt bis zu zehn Prozent Wachstum erwartet der Konzern das operative Ergebnis maximal auf Vorjahresniveau von 1,4 Mrd. Euro oder einen Rückgang auf bis zu 1,1 Mrd. Euro. Neben den Kosten für Rückholaktionen aus Nahost und das wochenlange Festsitzen von zwei TUI-Kreuzfahrtschiffen am Persischen Golf verursachte der Krieg sinkende Buchungszahlen für beliebte Urlaubsziele wie die Türkei und Ägypten.
Der Trend zum kurzfristigeren Buchen halte an, die Nachfrage konzentriere sich stärker auf das westliche Mittelmeer. Jeder zweite Verbraucher habe wie üblich zu dieser Jahreszeit noch nicht gebucht. Mehr als die Hälfte der verfügbaren Kapazität für den Sommer sei verkauft, die Durchschnittspreise im zweiten Halbjahr seien höher.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



