Nahversorgung unter Druck: Wie Adeg um seine Standorte kämpft

Wirtschaft

Die Nahversorgung im ländlichen Raum schwindet. 2025 hatten 18 Prozent der Gemeinden keinen Lebensmitteleinzelhändler im Ort – Tendenz steigend. Eine Entwicklung die man auch beim Rewe-Konzern (Billa, Penny, Adeg) beobachtet. Bisher könne man sich „sehr gut gegen den Trend der abschwächenden Nahversorgung am Land“ behaupten, sagt Florian Klein, Geschäftsführer von Rewe Großhandel dem KURIER. Doch auch die selbstständigen Kaufleute der Rewe-Kette Adeg stehen vor Herausforderungen. 

Ein großes Problem seien die hohen Kosten, etwa im Energiebereich. Hinzu kommen gestiegene Lohnkosten, die gerade für viele kleine kleine Unternehmer eine große Herausforderung bedeuten. Im Schnitt arbeiten an einem Adeg-Standort zwischen acht und zehn Beschäftigte. „Die Frage, ob man besser noch einen Mitarbeiter aufnimmt oder darauf verzichtet und die eigene Wirtschaftlichkeit verbessert, kann vor allem am Land ein Spagat sein“, sagt Klein. Denn die Profitabilität der ländlichen Nahversorger stehe vielerorts unter Druck. In den vergangenen Jahren seien auch mehrere Adeg-Standorte gerade deswegen geschlossen worden.

Wachsende Bürokratie setzt kleine Kaufleute unter Druck

Auch hohe bürokratische Anforderungen würden immer mehr zu Belastung werden, etwa durch die Einführung des Einwegpfands, die Mehrwertsteuersenkung oder das Anti-Mogelpackungs-Gesetz, das seit Anfang April in Kraft ist. Bei Rewe versuche man, die Kaufleute „bestmöglich zu unterstützen“, heißt es.

Generell sei das Ziel bei Adeg weniger ein Wachstum durch zusätzliche Filialen, sondern die bestehenden Standorte zu erhalten. „Damit sich die Infrastruktur am Land nicht weiter ausdünnt“, so Klein. Zuletzt sind zu den rund 350 bestehenden Filialen trotzdem neue Standorte hinzugekommen. Nach der Unimarkt-Pleite im vergangenen Jahr hatte der Rewe-Konzern insgesamt 21 Filialen übernommen. Auch der Mitbewerber Spar übernahm 23 Filialen. Rund ein Drittel der Unimärkte fand keinen Nachfolger und wurde geschlossen. 

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Für die Übernahme der Standorte durch Rewe sah die Bundeswettbewerbsbehörde bei elf Märkten vor, dass diese wie bisher von selbstständigen Kaufleuten geführt werden müssen. Diese Geschäfte wurden mittlerweile als Adeg-Standorte neu eröffnet und werden von selbstständigen Kaufleuten betrieben. Rewe stellt ihnen das eigene Großhandelssortiment, die Marke Adeg und ein Dienstleistungspaket zur Verfügung, das Marketingmaßnahmen wie etwa Flugblätter und TV-Werbungen umfasst. Die Kosten für Letzteres hängen vom Umsatz des Händlers ab.

Gemeindevertreter setzen sich für lokale Nahversorgung ein

Zu den elf Märkten kommen aktuell noch zwei weitere ehemalige Unimärkte hinzu, die zwischenzeitlich geschlossen waren und nun als Adeg-Kaufleutemärkte neu eröffnen. „An diesen Standorten war es den Gemeindevertretern vor Ort ein Bedürfnis, die Nahversorgung aufzufangen“, so Klein. Auch die Übernahme weiterer geschlossener Unimarkt-Filialen schließt der Großhandels-Chef im Gespräch mit dem KURIER nicht aus.

Die ehemaligen Unimärkte wurden innerhalb weniger Tage zu Adeg-Filialen umgebaut. Die Schließungszeiten lagen bei nur vier bis fünf Tagen. „Weil es den Kaufleuten natürlich ein Bedürfnis war, nur möglichst kurz zu schließen“, sagt Klein. Für die Umgestaltung der Supermärkte kam der Rewe-Konzern auf. Die genauen Kosten teilt der Konzern nicht mit. Insgesamt investiere Adeg aber jährlich rund zehn Millionen Euro in das eigene Filialnetz.

Zusätzlich würde Adeg – wie auch die anderen Rewe-Ketten – von den Investitionen des Konzerns in die eigene Logistikinfrastruktur profitieren. Insgesamt will das Unternehmen aus Deutschland bis Ende 2027 1,5 Milliarden Euro in den österreichischen Standort investieren, allein 600 Millionen davon in den Ausbau und …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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