
Am Dienstag startete die jährliche Konferenz des Suchmaschinenkonzerns Google, bei der das Unternehmen seine neuesten Innovationen präsentiert. Eine zentrale Ankündigung war eine Neugestaltung der Suche. Es ist die größte diesbezügliche Änderung der Suche seit 25 Jahren, heißt es von Google. Im Zentrum steht die legendäre Suchleiste, also das Feld, in das man seine Suchanfragen tippt.
Google will Nutzer verstärkt dazu bringen, dort Konversationen zu führen und zum Beispiel zu fragen: „Welche Karaoke-Bar hat in Wien am Freitagabend geöffnet?“ Die neue Leiste soll direkt umfassende Vorschläge machen, welche Fragen man formulieren kann. Die neue Suche soll intuitiver sein und auch mit verschiedensten Eingaben wie Texten, Bildern, Videos oder Dateien umgehen können. Man kann zu seinen Suchen auch Folgefragen stellen, bei denen die bisherigen Eingaben berücksichtigt werden. Basis ist Googles KI-Modell Gemini, das in der neuen Version 3.5 präsentiert wurde. Bereits jetzt kann man im „KI-Modus“ der Google-Suche mit der Suche als Chatbot chatten. Diese musste man aber aktiv auswählen, um dort zu landen. Die Suche per KI-Konversationen soll nun auch standardmäßig mehr in den Fokus rücken. Bei Verlagen und Webseiten-Betreibern stoßen Googles KI-Bemühungen schon länger auf Kritik. Da Google Antworten direkt ausgibt, bleiben die Klicks auf die Quellseiten aus, eine existenzielle Bedrohung für deren Geschäftsmodell.
KI-Agenten
Ein heißes Thema sind derzeit auch KI-Agenten. Anstatt einer Künstlichen Intelligenz in einem Chat nur Fragen zu stellen, können diese vollautomatisch Aufgaben für einen übernehmen. Das heißt, sie können selbstständig Flüge buchen oder E-Mails und Kalender sortieren. Schlagzeilen machte hier etwa der Österreicher Peter Steinberger, der mit seinem selbst entwickelten KI-Agenten „OpenClaw“ begeistern konnte. Mittlerweile arbeitet Steinberger für ChatGPT-Macher OpenAI. Mit Gemini Spark hat Google nun einen eigenen KI-Agenten angekündigt, der Nutzer permanent im digitalen Alltag unterstützen soll. Laut Google soll der Agent verschiedene Dinge übernehmen können. Als Beispiele werden das Überprüfen monatlicher Kreditkartenabrechnungen auf versteckte Abonnementgebühren genannt oder das Herausfiltern von Fristen aus Schulbenachrichtigungen der Kinder. Zudem kann das System eigenständig komplette Workflows abarbeiten, etwa Besprechungsnotizen aus E-Mails und Chats aggregieren, Google-Dokumente erstellen und E-Mails aufsetzen.
Brillen mit KI
Neues gab es auch beim Thema KI-Hardware zu vermelden. Konkret ging es hier um smarte Brillen. Noch in diesem Jahr wird Google die ersten sogenannten „Audio Glasses“ mit integriertem Gemini auf den Markt bringen. Gebaut werden sie in Kooperation mit Samsung und den Brillenherstellern Gentle Monster und Warby Parker.
Über die Brillen kann man mit dem KI-Assistenten Gemini sprechen und alles Erdenkliche fragen. Dieser kann dann unter anderem die Umgebung über eine Kamera analysieren und man kann Fragen dazu stellen. Etwa im Urlaub: „Welche Sehenswürdigkeit ist das?“ Wie viel die Brillen kosten werden, ist derzeit noch nicht bekannt.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



