
Für Österreich geht es Schlag auf Schlag. Nach dem 3:1 am Dienstag gegen Lettland geht es bereits heute gegen die Mannschaft des Gastgeberlandes dieser WM weiter.
Das Mittwoch-Spiel der Eishockey-WM zwischen Schweiz und Österreich (16.20 Uhr/ORF 1) ist seit Wochen mit 10.000 Zuschauern ausverkauft – so wie alle Partien der Schweizer Nati bei diesem Turnier.
So wie die Schweizer bisher auftraten, hat der Traum vom ersten WM-Titel seine Berechtigung. Nach den Silbermedaillen 2024 und 2025 soll 2026 die Entwicklung der neuen Eishockey-Großmacht vergoldet werden.
3:1 gegen Titelverteidiger USA, 4:2 gegen Lettland und 6:1 gegen Deutschland haben für die Schweiz noch keine große Aussagekraft. Außer dass der kurzfristige Wechsel von Patrick Fischer zu Jan Cadieux als Headcoach keine sportlichen Auswirkungen hatte. Der bisherige Assistent musste vor dem WM übernehmen, weil Fischer bei einem TV-Dreh zu einer Dokumentation in einem privaten Gespräch erzählte, dass er bestraft wurde, weil er sein Covid-Impfzertifikat vor Olympia 2022 gefälscht hatte. Die TV-Anstalt machte das öffentlich, und unter dem großen Druck der Öffentlichkeit musste Fischer mitten in der WM-Vorbereitung abdanken.
Die Anfänge
Dass Silber für die Schweizer nicht mehr genug ist, zeigt, wie gut und konsequent in den vergangenen Jahrzehnten gearbeitet wurde. Der Weckruf, der den schlafenden Riesen aufwachen ließ, war ausgerechnet eine Niederlage der Schweiz gegen Österreich in der Olympia-Qualifikation 1997. Peter Zahner, der damalige Sportdirektor der Schweiz, erklärte in einem KURIER-Interview: „Österreich war in Nagano 1998 dabei und wir nicht. Danach haben wir noch mehr Geld sowie Zeit investiert und Top-Gegner eingeladen.“
Auch Österreichs Sportdirektor und Teamchef Roger Bader war in den 1990er- und 2000er-Jahren als Nachwuchs-Headcoach und Assistent beim Nationalteam mitbeteiligt am Aufstieg der Eisgenossen in die Weltklasse.
Das Schielen in die Schweiz verklärte bisher den Blick der Österreicher auf das Wesentliche. Zu groß sind seit Jahren die Unterschiede, sportlich wie finanziell. Bader sagt jedoch: „Die Schweiz war vor 20 bis 25 Jahren finanziell noch nicht deutlich überlegen gegenüber Österreich.“ Der heutige Vorsprung ist laut Bader nicht einfach „gekauft“. Die Leistungen sind das Ergebnis langfristiger Entwicklung. Zentraler Erfolgsfaktor sei die konsequente Investition in die Nachwuchsarbeit gewesen. Entscheidend auch, dass man einen langen Zeithorizont akzeptiert habe und nicht sofortige Resultate erwartete. Mehr Erfolg führte allmählich zu größerem Publikumsinteresse. Dadurch kamen Sponsoren und mehr finanzielle Mittel ins System.
Roger Bader betont den „schweizerischen Stil“
Für Bader gab es einen wesentlichen Grund: „Es war sicher eines der Geheimnisse, dass man wirklich einen eigenen schweizerischen Stil entwickelt hat.“ Der nordamerikanische Einfluss bei den Klubs wurde zurückgedrängt.
Bader arbeitet seit 2014 für den österreichischen Verband und wird nicht müde zu betonen: „Es wird immer gesagt, wir haben zu wenige Spieler in Österreich. Ich finde, es gibt genügend Österreicher, um mit weniger Legionären spielen zu können.“ Die Klubs wären in der Champions Hockey League dann „vielleicht zwei, drei Jahre“ ein wenig schlechter.
„Aber dann würden auch sie durchstarten.“
Source:: Kurier.at – Sport



