Seit 22 Jahren: Trainer Paul Hafner ist die Ikone in Parndorf

Sport

Es war Christi Himmelfahrt. Nach dem schönen Wetter der letzten Wochen wirkte das Heidebodenstadion durch die Bewölkung wie ein mystischer Ort. Dreieinhalb Stunden vor dem Anpfiff gegen den SV Horn war es noch sehr ruhig. Einer der ersten im Stadion war jedoch nicht der Platzwart oder Hausmeister, sondern Paul Hafner. Der Trainer musste noch einiges erledigen. Vieles davon hatte nur peripher mit der Leistung am Platz zu tun. Wie ein Hausmeister trug er einen voluminösen Schlüsselbund mit sich und konnte auch jede Tür aufsperren. Beim Verein vertrauen ihm alle ausnahmslos.

Er ist der erste Ansprechpartner für die vielen Freiwilligen abseits des Platzes. „Wenn jemand etwas braucht, dann bin ich natürlich da, aber meine Aufgaben sind trotzdem die sportlichen Belange am Platz“, stellte er klar, nachdem er dem Koch und dem Stadionsprecher unter die Arme griff. Hafner ist auch dann zur Stelle, wenn abseits des Platzes der Schuh drückt. Dieses Vertrauen, vor allem auf dem Platz, kommt aber nicht von ungefähr. Ende der 90er-Jahre schaffte Hafner als Fußballer den Sprung von der Burgenland-Akademie zum damaligen Zweitligisten Klingenbach. Der Weg führte ihn über FC Tirol, Wattens und Untersiebenbrunn nach Parndorf. Mit diesem Lebenslauf kommt auch ein Renommee mit, vor allem bei den älteren Fußballfans.

Seit seinem 26. Lebensjahr bekleidete Hafner unterschiedliche Positionen: Spieler, Spielertrainer, Co-Trainer der Reserve als auch der Kampfmannschaft und jetzt ist er Cheftrainer und sportlicher Leiter. Er kennt den Verein und die Region wie seine Westentasche: „Ich bin hauptberuflich bei den burgenländischen Verkehrsbetrieben und liefere Essen an Schulen und Pflegeheime. Nachdem mich alle im Bezirk kennen, werde ich dann auch auf die Ergebnisse angesprochen. Ich freu mich auch über diese Gespräche, weil es in gewisser Hinsicht eine Wertschätzung ist, für das, was ich tue, weil sie den Verein aktiv mitverfolgen.“ Selbst wenn die Fans nicht am Platz sind, kommt man durch seine lautstarke Art, zu trainieren, nicht an ihm vorbei.

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Das geht sogar so weit, dass man alleine schon an den geröteten Augen erkennen kann, ob Hafner mit dem Spielverlauf zufrieden war oder nicht. „Das ist einfach meine Art. Als Spieler war ich nie ruhig und als Trainer bin ich das auch nicht. Das wird sich wahrscheinlich auch so schnell nicht ändern. Damit zeige ich auch der Mannschaft, dass ich unbedingt gewinnen will. Im Training bin ich vielleicht etwas ruhiger geworden, aber definitiv nicht im Spiel“, witzelt Hafner.

In seinen 22 Jahren bei Parndorf erlebte Hafner auch schon eine richtige Berg- und Talfahrt. 2. Liga, Regionalliga, Burgenlandliga: Hafner sah schon alles und kennt den burgenländischen Fußball wie kein Zweiter. Überlegungen, den Verein zu wechseln, gab es nur selten: „Es gab schon diese Gedanken, aber das nur kurz. Vor allem nach Relegationen. Wenn aber der Verein die gemeinsamen Ideen mit mir mitträgt, dann sind solche Überlegungen schnell wieder vorbei.“

Durch seine Erfahrung hat er eine klare Meinung zur Ligareform im Burgenland. „Was mir grundsätzlich gut gefällt, ist, dass der Verband jetzt Bezirksligen aufstellt und die Klassen zusammenlegt. Dadurch fällt bei den kleineren Vereinen der Druck weg, stark auf Legionäre zu bauen und so können sie …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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