„Vampire’s Mountain“: Amüsante Expedition in den nichtigen Nebel

Kultur

Nach dem von Festwochen-Gottseibeiuns Peter Thiel prophezeiten Armageddon gibt es für die Vampire nicht mehr viel zu saugen. Man nuckelt Blutorangensaft (oder ähnliches) aus dem Schlauch einer Blutkonserve. Oder aus den Adern irgendwelcher brutal abgerissener Arme und Beine. Aber die sieben schrägen Vögel, die der Franzose Philippe Quesne auf Wanderschaft schickt, nehmen es mit Gleichmut und Humor.

Als Gastspiel des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg ist die Expedition der wenig glorreichen Sieben seit Sonntag im Volkstheater zu sehen. Als durchgehendes Motto von „Vampire’s Mountain“ dient ein von Bach vertontes Kirchenlied: „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet!“

Der einfallsreiche Theatermacher – von Quesne stammen Konzept, Regie, Bühne und Kostüme – lässt also seine Schicksalsgemeinschaft über ein Erdloch vor dem Prospekt einer geradezu idyllischen, nebelverhangenen Waldlandschaft auftauchen. Das Lieblingsspielzeug ist die Nebelmaschine: Mit ihr gelingen etliche nette Gags. Und die Tonbandmaschine, mit der die Truppe ihre Sarg-Rituale untermalt, steht von Anfang an in dem pittoresken Setting: Alles nur Theater. Quesne spielt mit Verweisen auf klassische Vampir-Geschichten, der Klaus-Kinski-Vampir zitiert auch Hamlet.

Der Prospekt hebt sich, die Reisegruppe steht nun vor einer schroffen Gebirgskette. Einen nach „Dracula“-Autor Bram Stoker benannten Grat gibt es da, und die Gipfel sind so scharf wie die Zähne der Vampire. Ist doch lustig! Eine Gondel mit Skiern senkt sich, man fasst das Sportgerät aus und begibt sich auf eine Schneewanderung, an einem tiefen Abgrund vorbei – und natürlich fällt einer hinunter in den Zuschauerraum.

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Die Untoten wollen, wie einst E. T., zurück nach Hause, aber dann, nach dem Versinken der Berge in der Dystopie, geht es weiter in die Sigmund-Freud-Grotte. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist dieser liebevoll-harmlose Abend!

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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