Neuer Chef bei Silhouette: Mit klarem Blick nach vorne

Wirtschaft

Leicht, elegant, oft kaum spürbar und daher auch nicht billig: Brillen von Silhouette haben sich in den vergangenen Jahrzehnten einen Ruf erarbeitet. Doch auch an dem Linzer Brillenhersteller gingen die Krisen der vergangenen Jahre nicht vorüber. Absatz und Umsatz gaben spürbar nach (siehe Infokasten). Nun soll ein neuer Mann als Vorstandschef des Familienunternehmens den Fokus wieder auf das Wesentliche richten. Christian Bachler war 20 Jahre lang in diversen Funktionen in der Konsumgüter- und Lifestyleindustrie tätig, unter anderem bei Swarovski. „Das ist mein einziger Berührungspunkt zum Thema Optik“, sagt der Manager im KURIER-Gespräch.

„Mein Vorgänger hatte einige Brocken wie Corona, Zölle und Inflation zu verdauen und war vom Tagesgeschäft sehr abgelenkt“, setzt er fort und meint damit Reinhard Mahr. Dieser wird das Unternehmen als Finanzchef weiterhin begleiten.

„Der Aufsichtsrat will eine klare Strategie und die Rückkehr auf den Wachstumspfad“, sagt Bachler. „Es ist noch viel möglich, wir sitzen auf Goldnuggets. Wir haben noch Möglichkeiten im Portfolio.“ Er schränkt aber zugleich ein: „Der schwierige Teil ist die Umsetzung, wir wollen oft zu viel auf einmal erreichen.“ Daher ruft der Vertriebsspezialist zum „Mut zur Lücke“ auf, sprich er schließt nicht aus, „manche Sachen“ aufzugeben und „nicht jedem Trend“ nachzulaufen. Das Portfolio solle selektiv ausgebaut werden.

Drei Linien

Neben den klassischen Silhouette-Brillen gibt es noch die Sportschiene evil eye sowie die junge Linie Neubau mit modernen Brillen und Sonnenbrillen. Darüber hinaus werden seit 2017 auch die Gläser in Oberösterreich gefertigt. Wobei diese nur auf individuellem Wunsch auch eingesetzt werden. Freilich, so Bachler, seien sie perfekt mit den eigenen Fassungen abgestimmt.

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„Unsere Fertigungstiefe ist enorm, wir machen fast alles selbst. 98 Prozent der Wertschöpfung kommt aus dem eigenen Haus.“ Eine Aus- oder Verlagerung wäre daher nicht einfach und sei auch nicht geplant. Vielmehr wolle man die Effizienz steigern und in der Fertigung Komplexitäten reduzieren. „Bei der Konkurrenz ist es gang und gäbe, dass sie im fernen Ausland fertigen lässt.“ Freilich werde aber auch für Silhouette die Entwicklung der Lohn- und Standortkosten zunehmend zu einem relevanten Thema. „Ich hoffe, dass künftig in Europa Unternehmertum wieder gefördert wird.“ Es gehe längst nicht nur um Personalkosten, sondern zunehmend auch um bürokratische Aufwände, die Unternehmen massiv belasten und Ressourcen binden. Nicht zuletzt spüre das Unternehmen infolge der höheren Inflation eine gewisse Kaufzurückhaltung, speziell in den USA.

Und letztlich trage auch jeder Einzelne Verantwortung. „Wer nachhaltige, regionale und verantwortungsvolle Produktion möchte, muss auch lokal kaufen“, so Bachler. Die Brillen werden über 13 internationale Gesellschaften vertrieben. Größter Markt (rund ein Drittel des Absatzes) seien die USA, gefolgt von Deutschland und China. Bachler: „China entwickelt sich hervorragend und wird bald auf Platz zwei sein.“

Im Herbst 2024 eröffnete Silhouette in der Wiener Herrengasse den ersten eigenen Store. Es laufe beachtlich, der Marke tue es sehr gut, „aber wir haben sicher wirtschaftlich noch viel zu tun“, gibt Bachler zu. „Wir haben anfangs Lehrgeld bezahlt, weil wir keine Retailer sind, und die Location muss sich noch mehr etablieren.“ Dennoch folge im Oktober ein zweiter Flagship-Store in Hamburg und in weiterer Folge seien an neuralgischen Plätzen in den Kernmärkten weitere geplant.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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