
Im Jahr 2025 haben Österreichs Mobilfunkanbieter über 6 Milliarden Gigabyte Daten übertragen. Vor 5 Jahren lag der Wert noch bei 2,84 Mrd. GB, wie das Forum Mobilkommunikation (FMK) bei seiner Jahrespressekonferenz aufzeigt. Die Anzahl der aktiven SIM-Karten ist auf 14,67 Millionen gestiegen. Die Anzahl der Gesprächsminuten sinkt hingegen seit der Corona-Pandemie jährlich. Videotelefonie und Messaging lösen die Sprachtelefonie immer mehr ab.
Steigende Investitionen bei sinkenden Umsätzen
„Die Zahlen zeigen den ungebrochenen Datenhunger der Österreicher“, sagt FMK-Präsident Volker Libovsky. „Ohne 5G könnten wir diese Steigerung nicht mehr abbilden.“ Mit der neuesten Mobilfunkgeneration können anbieterübergreifend 97 Prozent der Bevölkerung erreicht werden. Die drei großen Mobilfunkanbieter stecken auch weiterhin viel Geld in ihre Netze. 2025 wurden 902 Millionen Euro investiert (2024: 881 Mio. Euro). Der Umsatz hingegen ist von 3,75 Mrd. Euro auf 3,53 Mrd. Euro gesunken.
Vor allem bei günstigen Tarifen ist der Druck hoch
Der Druck auf Mobilfunker habe zugenommen, sagt Libovsky, betont aber auch, dass die Branche die einzige sei, die derzeit die Inflation dämpfe. Das liege auch an günstigen Tarifen. Im „Low-End-Bereich“ habe der Druck besonders zugenommen. „Jeder Betreiber muss das für sich beantworten, wie sich das umsatztechnisch ausgeht.“ Der Wettbewerb im Mobilfunk sei in Österreich immer schon hart gewesen.
Niemand hat mehr gar kein elektronisches Gerät
Wie jedes Jahr hat das FMK auch heuer wieder Ergebnisse einer Kundenbefragung veröffentlicht. Das Mobilfunk-Barometer 2026 ergibt hohe Zufriedenheitswerte mit dem heimischen Angebot. 86 Prozent der Bevölkerung besitzen ein Smartphone, 75 Prozent haben WLAN zuhause. Ein Festnetztelefon nutzen nur noch 12 Prozent, 6 Prozent haben ein klassisches Handy mit Tasten. Im Schnitt besitzt jede Person 5,5 kommunikationsfähige Geräte. Der Anteil jener Personen, die gar keines besitzen, ist auf Null gesunken.
88 Prozent nutzen WhatsApp am Smartphone
Was machen die Österreicher am liebsten mit ihrem Mobiltelefon? 88 Prozent nutzen WhatsApp, 76 Prozent fotografieren damit, 63 Prozent nutzen Online-Banking. „Fotos und Videos machen das meiste beim Datenverkehr aus“, erklärt FMK-Geschäftsführerin Margit Kropik. Auch Online-Shopping ist sehr beliebt, bei der Erledigung von Amtswegen über das Internet gebe es laut Kropik noch „Luft nach oben“.
Sorgen um gesellschaftliche Entwicklung verbreitet
Abgefragt wurde auch die Einstellung der Österreicher zu Digitalisierung und – erstmals – auch zu Künstlicher Intelligenz. Für Wissenschaft und Forschung sowie für Wirtschaft und Industrie werden Digitalisierung und KI großteils positiv gesehen. Sorgenvoll blicken die Befragten angesichts der neuen Technologien auf die gesellschaftliche Entwicklung und die Entwicklung des Datenschutzes und der Privatsphäre.
Zwei Drittel haben KI schon einmal genutzt
63 Prozent der Bevölkerung hat schon einmal KI-basierte Anwendungen genutzt, die meisten davon am Smartphone. Das Vertrauen in KI-generierte Ergebnisse ist ambivalent. Rund die Hälfte ist hier eher positiv eingestellt, die andere Hälfte negativ. 8 Prozent vertrauen KI gar nicht und überprüfen Ergebnisse stets.
2 von 10 Personen geben an, schon einmal im Internet betrogen worden zu sein, wobei unter diese Kategorie auch falsche Lieferungen beim Online-Shopping fallen. 13 Prozent haben schon einmal Erpressungsmails erhalten, 12 Prozent wurden in sozialen Medien gemobbt. 11 Prozent wurden Opfer eines Betrugs, weil sie auf eine betrügerische E-Mail reagiert haben. 51 Prozent haben dagegen noch keine negativen Erfahrungen im Internet gemacht.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



