Millionenpleite eines bekannten Start-ups für Metallhandel

Wirtschaft

„Das Geschäftsmodell der Metaloop Europe basiert auf einer eigens entwickelten IT-Lösung für den effizienten Handel mit Sekundärmetallen. Das Unternehmen wurde zunächst als eigenkapitalfinanziertes Start-up aufgebaut. Nach einer verlustreichen Aufbauphase mit steigenden Umsätzen erreichte es Anfang 2024 den Break-even. Durch die Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte und effizientere Strukturen arbeitet das Unternehmen seither leicht profitabel“, heißt es aus dem Unternehmen. „Die Liquidität blieb jedoch angespannt, da weitere Eigenkapitalzuführungen ausblieben. Dies führte zu erhöhtem Aufwand im Tagesgeschäft, eingeschränkter Geschäftsentwicklung und Vertrauensverlust bei Partnern. Zusätzlich belasten eine schwache Industriekonjunktur, volatile Rohstoffmärkte und strengere regulatorische Vorgaben das wirtschaftliche Umfeld.“

Und weiters heißt es: „Trotz positiver operativer Entwicklung reichen die Mittel laut eigenen Angaben nicht aus, um anstehende Kreditrückzahlungen zu bedienen. Mangels weiterer Finanzierung besteht daher keine positive Fortbestehensprognose mehr.“

Die Metaloop Europe GmbH, die früher unter Bezeichnung vormals ROMSH GmbH firmierte, ist insolvent. Das Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz hat laut AKV, Creditreform und KSV1870 über das Vermögen des internationalen Metallhändlers ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Zehn Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Die Löhne und Gehälter wurden bis inklusive Mai ausbezahlt.

Der Hintergrund

Die Metaloop Europe ist im internationalen Handel mit Sekundärmetallen tätig, wobei der Schwerpunkt auf Kupfer, Aluminium und Edelstahl liegt. In ihrer Funktion als Vermittlerin verbindet sie industrielle Quellen mit Abnehmern wie Hütten- und Schmelzbetrieben und übernimmt dabei sämtliche Schritte des Handelsprozesses – von der Preisfestlegung über die Organisation der Transporte bis hin zur finanziellen Abwicklung. Die Geschäftsbeziehungen bestehen überwiegend mit großen Industrieunternehmen in Europa.

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Der Unternehmenssitz befindet sich in Graz, wo zentrale Bereiche wie Geschäftsleitung, Teile des Managements, der operative Handel, Logistik sowie unterstützende Funktionen angesiedelt sind. Zusätzlich besteht ein Standort in Wien, an dem insbesondere der Finanzbereich verortet ist.

Fusion im November 2024

Die Metaloop Europe entstand durch die Verschmelzung der Schrott24 GmbH mit der ROMSH GmbH im November 2024. Die Schrott24 GmbH war 2016 gegründet worden und unter der Marke Metaloop im Metallrecycling tätig. Die ROMSH GmbH wurde 2024 gegründet und im November 2024 in Metaloop Europe GmbH umbenannt.

Schulden und Vermögen

Gemäß vorliegender Unterlagen bewertet die Schuldnerin ihre Aktiva mit rund 10,2 Millionen Euro. Hierunter fallen vor allem Waren und Vorräte des Umlaufvermögens mit rund 2,66 Millionen Euro sowie offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6,44 Millionen Euro. Die Passiva betragen rund 11,08 Millionen Euro.

Die Zukunft

Das schuldnerische Unternehmen soll laut AKV fortgeführt werden. Den Gläubigern wird eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans. Die Quote soll zunächst durch den Abbau von Lagerbeständen und die Einziehung offener Forderungen sowie in weiterer Folge aus den laufenden Erträgen des Geschäftsbetriebs finanziert werden. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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