„Proud“: Berührende queere Serie aus Polen

Kultur

Eben noch ist Model Filip (Ignacy Liss) mit Glitzer im Gesicht auf der Tanzfläche gestanden. Seine größten Sorgen: Woher er die nächste Nase Koks bekommt und mit welchen gut aussehenden Männern er die nächste Nacht verbringen wird. Doch ein Anruf lässt die Feier abrupt enden: Filips Schwester Anna ist unerwartet verstorben. Und nachdem er ihr im Krankenhaus noch einen letzten Kuss auf die Wange gedrückt hat, stellt sich die Frage: Wer kümmert sich jetzt um die einjährige Tosia? Weil Filip nicht will, dass seine Nichte wie er im Heim aufwächst, beschließt er, das Mädchen zu adoptieren.

Die Prämisse von „Proud“ ist keine Unbekannte: Ein unbekümmerter Partytiger wird durch äußere Umstände dazu gezwungen, sein Leben umzukrempeln. Interessant wird die polnische Serie (zu sehen bei HBO Max) durch den Hintergrund, vor dem sie sich abspielt: Denn um LGBTQ-Rechte ist es im katholischen Polen nach wie vor schlecht bestellt. Erst heuer wurde dort erstmals eine im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt und eingetragen.

Und so hat Filip nicht nur mit den üblichen Hürden des Elterndaseins zu kämpfen, sondern auch mit Anfeindungen und Homophobie. Der anwaltliche Rat im Kampf um das Sorgerecht für Tosia lautet daher an einer Stelle: Eine Weile lang einfach nicht schwul sein.

„Proud“ erzählt von Trauer, Freundschaft und vom schwierigen Hineinwachsen in neue Rollen. Die Serie setzt aber auch auf Situationskomik und kostet in künstlerischen Aufnahmen Filips Clubnächte aus.

Beim Serienfestival Series Mania in Lille wurde „Proud“ heuer mit dem Hauptpreis ausgezeichnet und Ignacy Liss als bester Hauptdarsteller prämiert.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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