250 Jahre USA: Wie ist es um die österreichisch-amerikanischen Beziehungen bestellt?

Politik

Rainer Newald ist Generalsekretär der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft, die vor 80 Jahren mit Unterstützung der USA ins Leben gerufen wurde – u.a. um den Marshallplan in Österreich umzusetzen. 

KURIER: Machen sich Österreicher eine Vorstellung von Feierlichkeiten wie jenen, die heute in den USA stattfinden?

Rainer Newald: Das denke ich doch. 4th of July ist – egal, welche politische Strömung gerade an der Macht ist – ein Datum, das weltweit Bedeutung hat. Der 4.7.1776 ist auch kulturell mehrfach aufgegriffen und verarbeitet worden – von den Blockbuster Movies „Independence Day“ bis „Born on the 4th of July“ mit Will Smith und Tom Cruise. Das 250-jährige Jubiläum ist natürlich besonders – vor allem auch für die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft, die heuer ihr 80-jähriges Bestehen feiert. 

Wie ist es um die Österreichisch-Amerikanische Gesellschaft in der zweiten Amtszeit von Trump zwischen Zolldrohungen und Fußball-WM derzeit bestellt?

Wenn man dem US-Botschafter Art Fisher zuhört, dann geht es um eine immerwährende Freundschaft. „We will always be friends!“ ist seine Devise. Er pocht darauf, dass die USA und Österreich immer miteinander befreundet sein werden.Die gesteckt volle US-Residenz im Wien-Hietzing zu den „4th of July“ Feierlichkeiten am Tag des WM-Spiels Österreich-Spanien legte auch Zeugnis davon ab. Es waren alle österreichischen und amerikanischen Stakeholder und politischen Parteien vertreten und feierten gemeinsam „250 Jahre USA“. Der Unabhängigkeitstag ist das eine, aber es zeigt sich gerade auch, dass Fußball verbindet. „Soccer unites the world“ wie es momentan oft heißt, kann man nicht hoch genug einschätzen – gerade in geopolitisch schwierigen Zeiten. Sogar CNN war live vorort.

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Was ist Ihrer Meinung nach das Verbindende zwischen den USA und Österreich: Die Geschichte, die wirtschaftliche Abhängigkeit?

Wir haben allein aus der Geschichte heraus mit dem Marshallplan eine Verbindung miteinander und der daraus gewachsenen wirtschaftlichen Strukturen. Die USA gehören mit Italien und Deutschland zu den wichtigsten Handelspartnern Österreichs.Zusätzlich gibt es tiefgreifende identitätsstiftende Verbindungen unserer Länder, dazu gehören vor allem der Film, die Musik, die Mode und der Sport.

Trumps Zollpolitik führt in Österreich schon zu zweistelligen Import- und Exporteinbußen. 

Generell ist für die Wirtschaft wichtig, einfachen Regeln zu folgen, das schafft Planbarkeit und Vertrauen. Handelspolitische Spannungen schaffen kurzfristig Unsicherheit, aber die Geschichte zeigt, dass Wirtschaftsräume und Unternehmen anpassungsfähig sind. Mit Dialog, Verlässlichkeit und unternehmerischer Kreativität kann aus einer problematischen Phase wieder Wachstum und Zusammenarbeit werden. Ich bin guten Mutes, dass sich die globale Wirtschaftslage in Zukunft wieder stabilisieren wird und die transatlantischen Beziehungen zwischen Europa und den USA wieder zu gewohnter Qualität zurückkehren werden.

Haben Sie durch das sich verschlechternde Image der USA weniger oder mehr Mitglieder?

Das Interesse an den USA war noch nie so groß wie jetzt. Wir haben mehr Mitglieder als vor einem Jahr, unsere Veranstaltungen sind voll und das Interesse an Kooperationen ist ungebrochen hoch. Gemäß einer Umfrage, die wir jährlich durchführen, hat sich das Image der USA seit dem Amtsantritt von Trump verschlechtert. Das Positive ist, dass sich die Menschen für die USA interessieren! Über 60 Prozent der Befragten geben an, sich einmal in der Woche mit US-Themen zu beschäftigen.

Umgekehrt gibt es einige, die die USA verlassen wollen Richtung Europa. Vor einem Jahr sprach …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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