Neuauflage des Wien-Finales: Zverev mit breiterer Brust gegen Sinner

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„Du gehst uns allen auf den Sack, Jannik!“ Dieser liebevolle Tadel stammt von Alexander Zverev. Ausgesprochen unmittelbar nach dem Finale der Erste Bank Open am 26. Oktober in der Wiener Stadthalle. Der Deutsche hatte soeben gegen Jannik Sinner nach gewonnenem ersten Satz 6:3, 3:6 und 5:7 verloren. Wahrscheinlich ging ihm der Italiener danach noch mehr auf den Sack. Denn seit dem gewonnenen Satz verlor Zverev 14 Sätze in Folge. Die jüngsten sechs Partien gewann der Ranglisten-Erste klar, nur einmal schaffte es Zverev in ein Tie-Break.

Also ist die Favoritenrolle vor dem heutigen Wimbledon-Endspiel (17 Uhr MESZ, Amazon Prime), quasi die Neuauflage des Wiener Turniers, klar verteilt? Nicht ganz. „Vor den French Open hätte ich gesagt, dass es eine ganz klare Sache für Sinner wird“, sagt Herwig Straka, Turnierboss der Erste Bank Open. „Aber Paris hat mit beiden viel gemacht. Weil Sinners Körper nicht mitspielte, aber vor allem, weil Zverev mit dem ersten Grand-Slam-Titel enormes Selbstvertrauen hat.“

Im Halbfinale von Wimbledon glänzten beide. Zverev stoppte Großbritanniens Sensationsmann Arthur Fery (7:6,6:2,6:4) ebenso in drei Sätzen wie Sinner Altstar und Rekordmann Novak Djokovic (6:4, 6:4, 6:4). Obwohl beide Stars nur zwölf Games abgaben, ist der Sieg Sinners für Straka noch etwas höher einzuordnen. „Weil Djokovic zuvor mental enorm stark aufgetreten ist.“

ÖTV-Sportdirektor und Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer sieht Sinner in der leichten Favoritenrolle. „Aber Zverev hat seine Chancen, hat seine Waffen. Vor allem, wenn er eine starke Aufschlagleistung bringt.“ Natürlich würde auch Zverev „das Head-to-Head kennen. Hätte es dieses Finale vor einem Jahr gegeben“, sagt Melzer, „dann hätte ich Zverev wenig Chancen gegeben. Aber sein erster Grand-Slam-Titel jetzt in Paris hat enorm viel bei ihm gemacht. Er geht ganz anders in diese Partie als in die letzten Duelle.“

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Ehre für das Turnier

Dass es die Neuauflage von Wien ist, zeichnet Österreichs größtes Turnier noch einmal aus. „Das ehrt uns sehr, auch weil hier die Nummer eins gegen die kommende Nummer zwei spielt.“ Auch heuer könnte es in Wien wieder zum Duell kommen. „Zverev spielt fix, Sinner überlegt noch, ob er in dieser Woche überhaupt spielt. Wenn, dann passiert dies in Wien“, sagt Straka.

Für Ex-Weltklassespieler Melzer braucht es kein Wimbledon-Finale, „um zu zeigen, dass Wien ein Topturnier ist.“ Melzer, der in Wien 2009 und 2010 den Titel holte, betont, „dass das Starterfeld in der Stadthalle Weltklasse-Format hat.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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