
Die Bewerbungsfrist für insgesamt vier zentrale Direktorenjobs sowie jene für die neun ORF-Landesstudios geht mit erstaunlichen Wendungen dem Ende, Dienstag Mitternacht, zu.
KURIER-Informationen zufolge hat sich nämlich der niederösterreichische Landesdirektor Alexander Hofer für den Verbleib in St. Pölten entschieden.
Hofer, zuvor u. a. ORF-2-Channel-Manager und Unterhaltungschef, war für das zentrale Direktorium des neuen ORF-Chefs Clemens Pig hoch gehandelt worden. ORF-Kenner gingen von einer Bewerbung für den Bereich Programm und Brands aus, der annähernd der bisherigen Programmdirektion entspricht.
„Alles in allem sind wir gemeinsam auf einen guten Weg in eine herausfordernde Zukunft des ORF. Ich möchte diesen Weg mit Euch fortsetzen“, erklärt „Xandl“ in einem Schreiben an die Mitarbeiter des Landesstudios. Das hatte er 2023 von Robert Ziegler, der zurückgetreten war, übernommen und wieder in ein ruhiges Fahrwasser geführt. Für den ORF Niederösterreich gilt Hofer deshalb nun als gesetzt.
Digitales Standbein im Newsroom
Nicht viele hatten diesen Namen auf der Rechnung: Für den Bereich Audience und Plattformen soll sich nun tatsächlich ORF-Chefredakteur Sebastian Prokop beworben haben. Er ist diesbezüglich vom Fach. Im Newsroom der größten Info-Redaktion des Landes verantwortet er u. a. die ZIB-Kanäle auf den digitalen Plattformen YouTube, Instagram und TikTok, die Nachrichtenseite ORF.at und die neue Verifikationsabteilung.
Sollte Prokop tatsächlich den Sprung ins Direktorium schaffen, stünde gleich zum Antritt von Pig ein Umbau der bisher dreiköpfigen ORF-Chefredaktion ins Haus. Mit neuen Begehrlichkeiten seitens der Politik wäre damit zu rechnen.
Viele Bewerbungen, enges Rennen
Seine Bewerbung fürs Programm hat der aktuelle ORF-Unterhaltungschef Martin Gastinger abgeschickt, wie er dem KURIER bestätigt. „Ich würde mich freuen, wenn ich den ORF mit meinen Programm-Ideen auch in der Zukunft unterstützen dürfte“, erklärte er am Weg zur nächsten „Starnacht“-Pressekonferenz, diesmal aus der Wachau. Der langjährige ATV-Geschäftsführer kam vor drei Jahren, nach einer Zwischenstation bei ServusTV, zum ORF, wo er seine Karriere gestartet hatte. Allerdings drohen aufgrund der Streichung der Vorsteuerkompensation durch die Bundesregierung gerade der ORF-Unterhaltung heftige Einsparungen. Bereits bekannt ist der geplante Wegfall von Quizsendungen.
Insbesondere für die Direktionen Programm und Brands sowie Audience und Plattformen dürfte es viele Bewerbungen und damit ein enges Rennen geben. Allerdings wird im Vorfeld der Abstimmung am 11. August vieles Spekulation bleiben. Der neu bestellte ORF-Generaldirektor Pig hat gegenüber dem KURIER klargestellt, er werde „bis auf Weiteres keine Namen kommunizieren, auch nicht über die Anzahl der Bewerbungen sprechen und auch nicht darüber, wie viele sich für welche Direktionen beworben haben. Das gilt jetzt und für die Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist.“
Interesse auch von außen
Als einer von außen, der den Küniglberg aber als Berater bestens kennt, ist, wie berichtet, der internationale Fernsehmanager Matthias Settele ins Rennen eingestiegen. Seine Bewerbung umfasst nicht nur die zwei Direktionen des Programm-Bereichs, sondern auch die Finanzen.
Ihre Ambitionen auf eine Verlängerung bereits bekannt gegeben hat die aktuelle Programm-Direktorin Stefanie Groiss-Horowitz. Aus der aktuellen Führungsriege wird zudem fix mit Technik-Direktor Harald Kräuter gerechnet. Bis zum letzten Moment bedeckt gehalten hat sich die kaufmännische Direktorin Eva Schindlauer.
TV-Magazinchefin Lisa Totzauer verwies zuletzt darauf, dass sie eine persönliche und keine öffentliche Entscheidung zu treffen habe. Von FM4-Chefin Doroteja Gradištanac (geb. Roščić) blieb trotz mehrmaliger Anfragen eine Reaktion aus.
Source:: Kurier.at – Kultur



