
Die Behörden suchen im Meer vor Ceuta weiter nach Leichen von Migranten, die bei dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave ertrunken sind. Der spanische staatliche Fernsehsender RTVE berichtete Sonntagfrüh, die Polizeieinheit Guardia Civil durchkämme die Gewässer vor der Küste. Bisher wurden 67 Menschen aus dem Meer geborgen, die schwimmend von Marokko aus das EU-Gebiet erreichen wollten und dabei ertranken.
Die spanische Zeitung El País zitierte einen anonymen Polizeibeamten mit den Worten: „Es gibt mehr Tote im Meer“. Den Informationen der Zeitung zufolge bereiten die Behörden der Stadt eine Einrichtung vor, um bis zu 200 Leichen aufbahren zu können.
Schwimmende Barriere und Bojenkette als Meeresgrenze
Fernsehbilder von der Küste vor Ceuta, wo während des Ansturms noch Tausende Migranten entlangliefen, zeigten am Sonntagmorgen eine ruhige Lage. Versuche, über das Meer in die Exklave zu gelangen, seien nicht zu beobachten, berichtete eine RVTE-Reporterin vor Ort. Zu sehen waren lediglich einige Arbeiter, die dem Sender zufolge mit der Installation von Bojen als physische Grenze beschäftigt seien. Am Freitag hatte die Guardia Civil bereits eine 500 Meter lange aufblasbare orangefarbene Barriere installiert. Zusammen mit der Bojenkette solle damit die Kontrolle und Überwachung des Gebiets verbessert werden, heißt es in einem Post.
Mit der Schaffung dieser physischen Grenze im Meer will Spanien nicht zuletzt auch eine Lücke schließen, die durch ein Gerichtsurteil des spanischen Obersten Gerichtshofs entstanden war und die bei dem jüngsten Ansturm allem Anschein nach eine Rolle gespielt hatte. Der Gerichtshof hatte entschieden, dass denjenigen Menschen eine Einzelprüfung auf Asyl zustehe, die beim irregulären Grenzübertritt über einen unbefestigten Abschnitt wie das Meer nach Spanien gelangen. Eine sofortige Zurückweisung von Migranten ist demnach nur dann zulässig, wenn ein Zaun oder eine andere Sperre überwunden werden muss.
Source:: Kurier.at – Politik



