Hofreitschule: Die neue Chefin auf der Suche nach Struktur und Million

Wirtschaft

Die Spanische Hofreitschule kommt nicht zur Ruhe: Zuletzt wurde der ehemalige Geschäftsführer Alfred Hudler wegen Vorwürfen der Pflichtverletzung entlassen und es gab Malversationen bei den Finanzen. Alexandra Kaszay ist seit 1. April 2026 die neue Chefin.

KURIER: In der Spanischen Hofreitschule gibt es immer wieder Aufregung. Es geht um Bereiter, Pferde, die Bilanz, um die Führung. Was haben Sie da übernommen?

Alexandra Kaszay: Dass nicht alles in Ordnung ist, war mir klar. Die Vergangenheit will ich aber nicht bewerten. Ich muss sie aufarbeiten und fokussiere auf die Zukunft.

Haben Sie vor Ihrem Antritt noch einen Extrakurs in Controlling besucht?

Nein. Controlling gehört dazu. Ich habe alle Dokumentationen gelesen und die Historie studiert. Ich lerne täglich.

Sie haben lange Management-, aber keine Pferdeerfahrung. Können Sie trotzdem Hofreitschule?

Die Personen, die hier handeln, sind ausgezeichnete Fachkräfte. Ich bin keine Reiterin, die Pferde sind aber auch nicht meine Kernaufgabe. Ich muss die Basis schaffen für das, wofür die Hofreitschule steht: exzellente, klassische Reitkunst, Dressur und Zucht. Man muss wieder gut arbeiten können.

Die Kritik von ehemaligen Bereitern lautet: „Es ist ein Unding, die Leitung eines Pferdebetriebs in die Hände einer reiterlich und hippologisch völlig unerfahrenen Person zu legen.“

Es wird immer Kritiker geben. Ich habe Berichte aus 1921 gelesen, auch damals gab es viel Kritik. Ganz eindeutig braucht dieser Betrieb aber jetzt Prozesse und Strukturen. Die wirtschaftliche Basis ist verloren gegangen. Die reiterliche Kunst funktioniert.

Können Sie verstehen, warum es so viel Kritik an der Qualität der Reitschule gibt?

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Meistens sind es ehemalige Mitarbeiter, die im Unfrieden gegangen sind. Wenn ich einen treffe, sage ich: Im Grunde kritisieren Sie Ihre eigene Arbeit. Sie waren ja da. Ich lasse mir nicht gefallen, dass man die Hofreitschule niedermacht. Aber ja: Der Ruf muss wieder manifestiert werden, dass wir ein Vorzeigebetrieb der hohen Reitkunst sind.

Ihre beiden Vorgänger waren je nur drei Jahren da. Ist das ein Schleudersitz?

Es scheint so. Es gab aber auch Geschäftsführer, die länger dabei waren. Mein Vertrag ist auf drei Jahre, mit Option auf zwei Jahre Verlängerung. Das hemmt mich nicht, so zu agieren, dass ich über meinen Zeithorizont wirke. Ich bin verpflichtet und verantwortlich für die Zukunft.

Management im Staatsbetrieb: das kennen Sie gut.

Ja, es ist schon anders. Stärkere Vorgaben, mehr Compliance. Ich habe immer offen und transparent agiert, es ist für mich also kein großes Ding.

Ihr Vorgänger hatte mit Anschuldigungen zu kämpfen. Ist dieser Job ein Politikum?

Ich sehe es nicht als Politikum. Als Geschäftsführer hat man Rechte und Pflichten und wenn man das ordnungsgemäß und verantwortungsvoll wahrnimmt, hat das wenig mit Politikum zutun.

Sie können zu Bilanz-Unregelmäßigkeiten in der Vergangenheit nichts sagen. Was tun Sie aber, damit die Bilanz in Zukunft stimmt?

Es gilt, klare Zuständigkeiten und klare Prozesse aufzusetzen.

Gibt es die nicht?

Es wurden viele Baustellen aufgerissen, aber nicht umgesetzt. Es wurde analysiert, begutachtet, es gab Beratungsausflüsse – aber nichts wurde implementiert oder exekutiert. Auch Kontrollmechanismen fehlen. Ich bin dran, das aufzusetzen.

Die Finanzbasis der Reitschule hat sich verbessert. Die Basisabgeltung vom Ministerium stieg von 2,5 auf 4,5 Millionen Euro. Die Bilanz zeigt für 2024 eine zarte, schwarze Null. Ist der Betrieb gewinnbringend zu führen?

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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