
Dass Frauen im Weinkeller nichts verloren haben, ist nur eine Einzelmeinung eines ehemaligen Wirtschaftskammerfunktionärs. Ein Glück für die Weinbranche. Denn viele Winzerinnen stehen für innovative Ideen und könnten den Weinbau damit aus der Krise holen, in der er seit Längerem steckt.
Der Rebensaft liegt aktuell nicht so wirklich im Trend. Seit Jahren sinkt der Konsum. Vor allem junge Menschen sind immer weniger bereit dazu, für den Genuss die negativen Auswirkungen von Alkohol auf die Gesundheit in Kauf zu nehmen. Die Krise spitzt sich zu. Die heimischen Winzer haben momentan zu viel Rotwein auf Lager. Jetzt wird diskutiert, ob dieser im Zuge einer Krisen-Destillation zu Industriealkohol verarbeitet wird. Eine Verschwendung, wenn man bedenkt, dass der Wein unter den strengen Vorgaben unseres Weingesetzes produziert wurde. Aber was nutzt das, wenn ihn nun mal keiner trinken möchte? Zumindest kann für die Krisen-Destillation EU-Fördergeld beantragt werden.
Trotzdem: Um eine solche Verschwendung künftig zu verhindern, muss die Branche produzieren, was auch gekauft und getrunken wird. Das bedeutet, dass neben dem Frauenbild im Weinbau auch die Produkte im 21. Jahrhundert ankommen müssen. Statt schwerer Rotweine braucht es leichten oder alkoholfreien Wein, Verjus und Co. Vielleicht können ja die Winzerinnen damit die Stimmung in der Branche aus dem (Wein-)Keller holen.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



