Wie es im Machtkampf um den FIFA-Thron nun weitergehen kann

Sport

Die Luft wird dünn für FIFA-Präsident Gianni Infantino nach seinem gescheiterten Investorendeal. Der Schweizer wollte Anteile des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Er selbst hätte Boss des neu zu gründenden Tochterunternehmens FIFA Forward Enterprise (FFE) werden sollen – mit einem Jahresgehalt von bis zu 64 Millionen Dollar. Nun sieht sich Infantino mit massiver Kritik und Rücktrittsforderungen konfrontiert. „Der Weltfußball braucht eine neue Führung“, formulierte es am Sonntag Spaniens Liga-Boss Javier Tebas. Infantino sei im Amt nicht mehr tragbar.

Wie geht es jetzt weiter?

Die britische Times berichtete, dass sich Infantino einer außerordentlichen Sitzung des FIFA-Rats stellen könnte. Dort würde er dann zum Rücktritt aufgefordert werden.

Das heißt, Infantino geht freiwillig?

Das ist nicht sicher. Eine weitere Möglichkeit ist, dass mindestens 43 der 211 FIFA-Mitgliedsverbände einen außerordentlichen Kongress einberufen und dort ein Misstrauensvotum stellen. In diesem Fall müsste aber wohl ein potenzieller Nachfolger bereitstehen.

Wer könnte dieser Nachfolger sein? 

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat den europäischen Protest gegen Infantino organisiert und wäre ein logischer Herausforderer. Die Amtszeit des Slowenen bei der UEFA endet 2027. Immer wieder genannt wird auch der Name Nasser Al-Khelaifi (52). Der Mann aus Katar ist Vorsitzender der Klubvereinigung European Football Clubs (EFC) und seit 2011 Präsident von Paris Saint-Germain. Chancen soll auch FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström (45) haben. Seine Nähe zu Infantino dürfte jetzt allerdings nicht hilfreich sein. Ambitionen nachgesagt werden dem Kanadier Victor Montagliani, dem Vorsitzenden der CONCACAF (Nord-, Mittelamerika, Karibik). Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa forderte schon 2016 Gianni Infantino heraus. Damals setzte sich der Schweizer aber knapp gegen den Funktionär aus Bahrain durch, der sich mit Vorwürfen der Korruption und Verletzung der Menschenrechte konfrontiert sah.

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Wie ist die Haltung der mächtigen UEFA?

Der europäische Verband legt Infantino den Abschied nahe. „Die derzeitige FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie“, ließ der Dachverband am Samstag wissen und schrieb von einem „schäbigen und undurchsichtigen Deal“, der „hinter verschlossenen Türen“ ausgehandelt wurde.

Steht Infantino mittlerweile alleine da?

Der 56-Jährige wollte sich eigentlich beim FIFA-Kongress in Rabat im März 2027 zum vierten und letzten (?) Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen. Das gilt nun als unwahrscheinlich. Isoliert ist Infantino aber nicht. Die Verbände von Ägypten, Marokko, Libanon und Katar bekräftigten jüngst ihre Unterstützung. Und Infantino beherrscht es wie kaum ein anderer, Stimmung für sich zu machen. Der Guardian schreibt, dass er sogar eine Beratungsfirma organisiert hat, um die Differenzen mit den Nationalverbänden zu beseitigen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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