US-Schulden machen nervös: „Dann haben wir die Mutter aller Krisen“

Politik

Die Stimmung an den Börsen könnte momentan kaum besser sein. Erst am Dienstag schlossen der Dow Jones sowie der breiter gefasste S&P 500 an der Wall Street in New York auf neuen Allzeithochs – am Mittwoch ging die Rekordjagd weiter.

Angetrieben wird sie durch die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der für den Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus. Sogleich fiel auch der Ölpreis wieder unter die Marke von 80 US-Dollar.

Getrieben wird die Börsen-Rally aber auch von starken Ergebnissen der US-Tech- und Chipwerte, die noch im Juli arg gebeutelt wurden.

Und dennoch. Die Stimmen, die vor dem Platzen der Blase warnen, wollen nicht verstummen. Zu irrwitzig sind die Bewertungen speziell im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Zu groß sind die Versprechen auf künftige Gewinne, für die zig Milliarden in Rechenzentren investiert werden, aber niemand sagen kann, ob das viele Geld je wieder hereingespielt werden kann.

Wie 1987 oder 2000?

„Ich glaube weiterhin, dass wir uns in der Nähe eines bedeutenden Höchststandes befinden und es zu einem Einbruch wie 1987 kommen könnte“, warnt etwa der aus der Finanzkrise bekannte US-Starinvestor Michael Burry. Im Oktober 1987 fiel der Dow Jones an einem Tag um mehr als 22 Prozent.

Auch Monika Rosen, Expertin für den US-Finanzmarkt, ortet eine „zunehmende Skepsis der Anleger“, wenn auch derzeit „noch keine echte Krise“. Rosen vergleicht die Situation mit dem Platzen der „Dot.com-Blase“ Anfang 2000. Rosen: „Damals wurde in alles investiert, wo Internet drauf stand, heute in alles, wo KI drauf steht.“ Dass hier Vorsicht geboten sei, zeigen für sie die enorme Nervosität im Markt und die steigenden Risikoaufschläge für Staats- und Unternehmens-Anleihen. Das war auch Ende 1999 so, kurz bevor die Internetblase platzte und die Aktienmärkte abstürzten.

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Neben der KI sind es die Schulden, die den zweiten Angstfaktor bilden. Die USA steuern auf rund 40.000 Milliarden Dollar Staatsschulden zu – der höchste Wert weltweit. Allein die Zinszahlungen belaufen sich inzwischen auf etwa 1.000 Milliarden Dollar pro Jahr, umgelegt rund 2,7 Milliarden pro Tag. Damit erreichen sie eine Größenordnung, die in etwa dem US-Verteidigungsbudget in diesem Jahr entspricht.

Ein Teufelskreis

Das Kernproblem: Wegen der zunehmenden Nervosität an den Finanzmärkten verlangen Investoren beim Kauf amerikanischer Schuldtitel eine immer höhere Risikoprämie. Die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen liegen nun mit mehr als fünf Prozent auf einem Niveau, das zuletzt 2007 erreicht wurde – kurz vor der globalen Finanzkrise. Mit anderen Worten: Die USA zahlen seit 19 Jahren nicht mehr so viel Geld dafür, sich irgendwo auf der Welt frisches Geld leihen zu können wie jetzt.

Die US-Regierung stuft die Entwicklung offiziell als ein vorübergehendes Phänomen ein, das durch den kriegsbedingten Energiepreisschock getrieben wird. Dieser hat die US-Inflation angeheizt, autofahrende Trump-Wähler frustriert und zuletzt auch eine Zinssenkung durch die Notenbank verhindert. Aktuell wird viel eher mit einer Zinsanhebung in den USA gerechnet, wie Rosen weiß. Auch deshalb sind besagte Risikoprämien hoch. Das Budgetproblem von Donald Trump wird dadurch immer größer.

Ob sich der Anstieg der Finanzierungskosten tatsächlich als Episode erweist, ist freilich offen. Gemessen am Welt-BIP ist die Auslandsverschuldung der USA heute laut WIFO-Chef Gabriel Felbermayr rund drei Mal so hoch wie …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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