Schwab über Rapid: „Hoff Thorup hat sich gegen mich entschieden“

Sport

Nach sechs Jahren ist Stefan Schwab zurück in der Bundesliga. Gleich im ersten Heimspiel mit Ried trifft der frühere Rapid-Kapitän ab 17 Uhr auf seinen Ex-Verein.

Im KURIER-Interview gibt es vom 35-Jährigen Klartext.

KURIER: Vor sechs Jahren haben Sie Rapid als Kapitän verlassen. Mit welchen Emotionen gehen Sie mit Ried in das erste Duell?

Stefan Schwab: Ich freue mich, weil ich im Guten gegangen bin. Damals, im ersten Lockdown, haben Christopher Dibon und ich den Gehaltsverzicht der Spieler organisiert, um Rapid während Corona zu helfen. Auch deshalb gibt es nicht nur von meiner Seite Riesenrespekt. Es wird ein sportlich heißes Duell, in Hütteldorf wird es dann für mich vielleicht noch emotionaler werden.

Vor einem Jahr haben Sie sich zwischen Angeboten von Kiel, Rapid und Ried entschieden. Warum ist es diesmal Ried geworden?

Es gab seither immer Kontakt mit Wolfgang Fiala. Ich finde spannend, was er als Sportdirektor macht. Aber es hat gedauert, weil Trainer Despotovic erst spät festgestanden ist. Die Vienna und Blau-Weiß Linz haben sich extrem um mich bemüht. Auch mit Rapid hat es wieder sehr konkrete Gespräche gegeben. Am Ende hat sich Trainer Hoff Thorup gegen mich entschieden.

Obwohl er einen Fußball spielen lässt, der Ihnen entgegenkommen würde?

Ja, ich sehe viele Parallelen zwischen Hoff Thorup und Despotovic, der mich dann mit Ballbesitz und spielerischen Lösungen von Ried überzeugt hat. Aber ich kann Hoff Thorup schon verstehen: Er kennt mich überhaupt nicht. Da hole ich als Däne auch nicht unbedingt einen 35-Jährigen, der bei Kiel meistens Ersatz war.

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Warum hat es nach fünf Jahren Erfolg mit PAOK nicht so bei Kiel funktioniert?

Immerhin hatte ich 28 Einsätze, Trainer Walter hat sich am Ende auch ausdrücklich bedankt, wie ich im Abstiegskampf für die Mannschaft da war und ihm helfen konnte. Aber als Ergänzungsspieler wollte ich nicht so weit weg von der Heimat bleiben: Mein ältester Sohn beginnt mit der Schule, wir sind als Familie nach Salzburg gezogen.

Eine extreme Rieder Stärke waren die einstudierten Einwürfe auf Havenaar. Wie sehr schmerzt die neue Zeitregel, die aufwendige Varianten unmöglich macht?

Co-Trainer Kossmann, der sich um die Standards kümmert, ist nicht mit Senft nach Karlsruhe gewechselt. Ich hatte in meiner langen Karriere erst einen Italiener bei PAOK, der da ähnlich stark sowie verständlich gearbeitet hat. Wir achten weiter sehr auf Standards und üben andere Varianten ein.

Als Sie gegangen sind, war Rapid der übliche Vizemeister hinter Salzburg. Jetzt wartet der Verein seit fünf Jahren auf einen Top-3-Platz. Sie haben noch enge Kontakte nach Hütteldorf. Wie konnte das passieren?

Red Bull war damals überragend. Es hat immer geheißen: „Wenn sie einmal schwächeln, müssen wir da sein.“ Die Chance war da, darum ist es so schade, dass Rapid währenddessen einen Schritt zurück gemacht hat. Heuer kann Rapid am Transfermarkt nicht so aktiv sein – ich sehe das sogar als positiv.

Warum?

Weil ja genug Potenzial im Kader ist. Und jetzt werden jene, die nicht funktioniert haben, nicht gleich nach einem Jahr rausgestampert. Sondern sie bekommen eine zweite Chance, mit einem Trainer, der sie jetzt ein halbes Jahr kennt.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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