Nachfolgemodell der Bildungskarenz bisher wenig nachgefragt

Wirtschaft

Die AMS-Förderung für die neue Weiterbildungszeit, die von Arbeitnehmern seit 8. Juni beantragt werden kann, läuft zäh an. Bis Ende Juli genehmigte das Arbeitsmarktservice (AMS) erst 550 Anträge. 312 Anträge seien in Bearbeitung und 471 Ansuchen wurden negativ beschieden, hieß es vom AMS auf APA-Anfrage. 

Die überwiegende Anzahl der Ablehnungen sei erfolgt, weil zu früh angesucht wurde. Nach der Reform der Bildungskarenz fördert das AMS bei der Weiterbildungszeit nur noch Aus- und Weiterbildungen, die arbeitsmarktrelevant und überbetrieblich verwertbar sind. Bei der Bildungskarenz gab es diese Einschränkung nicht. Der Arbeitgeber muss sich finanziell beteiligen. Die Ausgaben sind mit 150 Mio. Euro gedeckelt.

Bei Weiterbildungszeit hat ein Drittel schon Uni/FH-Ausbildung

Für Geringverdiener ist das Bildungskarenz-Nachfolgemodell finanziell deutlich attraktiver als die alte Variante, die sich nur am Arbeitslosengeld orientierte. 2026 beträgt die Mindest-Weiterbildungsbeihilfe 1.286 Euro pro Monat (31 Beihilfen-Tagsätze). Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach einem einkommensabhängigen Stufenmodell und beträgt mindestens 41,49 Euro pro Tag (Wert 2026). 

Maximal kann man in der Weiterbildungszeit inklusive Arbeitgeberbeitrag bis zu 2.163 Euro pro Monat erhalten. Bei der Weiterbildungszeit hätten 28,9 Prozent bereits eine tertiäre Ausbildung, hieß es vom AMS. 

Aus für Zuverdienst zeigt gewisse Wirkung

Seit Jänner können Arbeitslose – bis auf wenige Ausnahmen – nicht mehr neben dem Bezug des Arbeitslosengeldes bzw. der Notstandshilfe geringfügig dazuverdienen. Die Zwischenbilanz fällt gemischt aus. Das AMS verweist auf eine gestiegene Beschäftigung im ersten Halbjahr. 

„Im ersten Halbjahr 2026 sind um rund 1.700 Personen mehr aus einer geringfügigen in eine vollversicherte Beschäftigung gewechselt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und rund 1.000 davon beim selben Dienstgeber“, so AMS-Chef Johannes Kopf. Dies sei „als der tatsächliche Erfolg der Reform zu werten.“ Weiter Kritik am Zuverdienst-Aus gibt es hingegen bei Kunst- und Kulturschaffenden, die zum Teil unter die Armutsschwelle rutschten.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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