
Schwitzen mit Mehrwert: Wenn die Sommersonne den Balkon aufheizt, kann sie nebenbei auch Gutes tun und Strom produzieren. Dafür braucht es lediglich ein Balkonkraftwerk. Es besteht im Wesentlichen aus Solarmodulen und einem Wechselrichter. Die Module erzeugen Gleichstrom, der Wechselrichter macht daraus haushaltsüblichen Wechselstrom. Über einen Stecker gelangt dieser direkt ins Hausnetz und dorthin, wo er gerade gebraucht wird. Kühlschrank, WLAN-Router oder Fernseher nutzen zuerst den selbst erzeugten Strom. Erst wenn dieser verbraucht ist, kommt Energie aus dem öffentlichen Netz hinzu.
Einfache Installation
Die meisten Systeme funktionieren nach dem Plug-and-play-Prinzip: Nach der Montage wird das System angeschlossen und kann Strom liefern. Der Netzbetreiber muss allerdings mindestens zwei Wochen vor der Inbetriebnahme informiert werden.
Als Kleinsterzeugungsanlage gelten in Österreich Anlagen mit einer Leistung von höchstens 800 Watt. Damit lässt sich vor allem der Dauerverbrauch ständig laufender Geräte abdecken. Wer mehr Eigenstrom nutzen will, kann das System um einen Batteriespeicher erweitern. Überschüssige Energie steht dann etwa am Abend zur Verfügung.
Entscheidend für den Ertrag ist der Standort: Eine Südausrichtung bringt über das Jahr den höchsten Ertrag, Ost-West liefert vor allem morgens und abends Strom. Schatten durch Bäume, Geländer oder Nachbargebäude sollte vermieden werden, da bereits kleine Verschattungen die Leistung mindern können. Auch die Sicherheit spielt eine wichtige Rolle. Beim Kauf sollte auf geprüfte Systeme mit NA-Schutz geachtet werden. Dieser sorgt dafür, dass sich die Anlage bei einem Stromausfall automatisch abschaltet. Beim Kauf sollte zudem darauf geachtet werden, dass das System die geltenden technischen Anforderungen erfüllt und ein entsprechender Konformitätsnachweis einer zertifizierten Prüfstelle vorliegt.
Ab wann sich das Modul rentiertAber lohnt sich der Strom vom Balkon letztendlich überhaupt? Festzuhalten bleibt: Ein Balkonkraftwerk ersetzt keine große PV-Dachanlage, kann den Strombezug aus dem Netz aber reduzieren. Wie viel sich damit einsparen lässt, hängt von Anlage, Standort und Verbrauchsverhalten ab. Je nach Anlage und Ausrichtung dauert es etwa vier bis neun Jahre, bis sich die Anschaffung durch die eingesparten Stromkosten bezahlt gemacht hat. Und während wir weiter schwitzen, arbeitet die Sonne zumindest an der Stromrechnung.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



