
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) gebeten, seine für die kommende Woche geplante Israel-Reise zu verschieben. Netanyahu wolle an der Beerdigung des US-Senators Lindsey Graham teilnehmen, berichtete die israelische Tageszeitung „The Times of Israel“ (online) am Mittwoch. Stocker sollte ursprünglich am Dienstag und Mittwoch zu Besuch in Israel sein. Es ist bereits das zweite Mal, dass Netanyahu einen Besuch verschob.
Überraschenderweise berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, dass Netanyahu doch nicht in die USA reise, weil das Begräbnis Grahams auf Ende des Monats verschoben wurde. Ursprünglich hatte Netanyahu einem Insider zufolge am Samstag in die USA reisen wollen. Er strebe dort ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump an, hieß es am Mittwoch. Ob diese Begegnung zustande kommen würde, galt jedoch als unklar.
Aus dem Bundeskanzleramt hieß es, die geplante Reise des Bundeskanzlers nach Israel und in die palästinensischen Gebiete sei auf Ersuchen Israels mit dem Hinweis darauf, dass Ministerpräsident Netanyahu zum Begräbnis von Graham in die USA fliegen wird, verschoben worden. „Heute wurden wir darüber informiert, dass Netanyahu möglicherweise nun doch nicht in die USA reisen wird.
Aufgrund der Kurzfristigkeit und des hohen logistischen Aufwandes bleibt die Reise des Bundeskanzlers nach Israel und die palästinensischen Gebiete bis auf weiteres verschoben“, erklärte ein Sprecher auf APA-Anfrage.
Bereits zweite Verschiebung von Stockers Israel-Besuch
Stocker hatte im Mai mit Netanyahu telefoniert. Gemeinsam sei Israel und Österreich das Ziel, dass der Iran keine Atomwaffen, kein atomwaffenfähiges Material und möglichst wenig konventionelle Raketen haben müsse, betonte Stocker im Anschluss vor Journalisten. Netanyahu habe in dem Gespräch seine Einladung an Stocker, nach Israel zu kommen, erneuert. Bereits im Jänner war eine Israel-Reise Stockers kurzfristig verschoben worden, weil Netanyahu vor Gericht erscheinen musste.
Lindsey Graham war am Wochenende im Alter von 71 Jahren überraschend gestorben. Das Büro des republikanischen Senators für South Carolina hatte mitgeteilt, dass er an den Folgen einer Gefäßerkrankung starb. Wenige Stunden vor seinem Tod hatte der Trump-Vertraute die Ukraine besucht.
Source:: Kurier.at – Politik



