Renommierter Steidl-Verlag in vorläufiger Insolvenz

Kultur

Das renommierte Verlagshaus Steidl aus Göttingen hat mit einer finanziellen Schieflage zu kämpfen. Ein vorläufiges Insolvenzverfahren sei am vergangenen Freitag über das Vermögen der Steidl GmbH & Co. OHG eröffnet worden, bestätigte das Amtsgericht Göttingen. 1969 hatte der heute 75 Jahre alte Gerhard Steidl den Verlag gegründet. Dort erschienen zahlreiche Bücher bekannter Autoren. Der Verlag hält seit 1993 die Weltrechte am Werk von Günter Grass und verlegt die Werke des isländischen Nobelpreisträgers Halldòr Laxness.

Zudem hatte sich Steidl als Verlag für hochwertige Kunst- und Fotobücher profiliert. Der Verlag kooperierte etwa mit der weltweit tätigen Galerie von David Zwirner und mit dem Modedesigner und Vielleser Karl Lagerfeld – in der Programmschiene „L. S. D.“ (Lagerfeld Steidl Druckerei“) erschienen etwa Werke von Immanuel Kant oder Virgina Woolf in bibliophilen Ausgaben. 

Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Braunschweiger Rechtsanwalt Stefan Liese, nach Auskunft von dessen Büro geht es unter anderem um unbezahlte Sozialabgaben. Nach den Worten des Göttinger Arbeitsrechtlers Sascha John, der nach eigenen Angaben den Großteil der Steidl-Mitarbeiter vertritt, sind noch mehrere Klagen offen.

Anwalt: In „erheblichem Maße“ Gelder nicht oder verzögert bezahlt

John sagte, er vertrete seit eineinhalb Jahren eine Vielzahl von Mitarbeitern des Verlages, weil „in erheblichem Maße“ Geld nicht bezahlt oder verzögert bezahlt worden sei. Teils seien fünf oder sechs Monatsgehälter offen geblieben. Fast immer sei es auf Zwangsvollstreckung hinausgelaufen, dann seien Zahlungen erfolgt. Noch immer sei ein mittlerer bis hoher fünfstelliger Betrag an Netto-Lohnforderungen offen. Er habe mehrere Dutzend Verfahren geführt. Der NDR zitierte Steidl mit den Worten: „Die Zeiten sind sehr schlecht für das Buchgewerbe.“

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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