
Die E-Control hat nach den ersten rund 100 Tagen der neuen Vorstandskonstellation eine Zwischenbilanz gezogen. Im Mittelpunkt stehen dabei Verbesserungen für Konsumenten – vor allem beim Thema Energiekosten.
„Flexibilität ist das Gebot der Stunde“, sagt E-Control-Vorstand Alfons Haber. „Wer seinen Verbrauch in Zeiten legt, in denen die Netze wenig belastet sind, spart Geld und entlastet das System.“
Verbraucher profitieren laut E-Control-Vorstand Michael Strebl auch von zeitlich gestaffelten Tarifen: Der bereits eingeführte Sommerniederarbeitspreis macht Strom in den Monaten April bis September tagsüber günstiger – ideal für das Laden von E-Autos oder den Betrieb von Wärmepumpen, wenn viel Photovoltaik-Strom im Netz ist. Neu hinzu kommt ein Winterniederarbeitspreis (Oktober bis März) für die Nachtstunden, etwa für Warmwasserspeicher oder nächtliches Laden mit geringer Leistung.
Die E-Control arbeitet derzeit an der größten Reform der Netznutzungsentgelte. Künftig sollen nicht mehr nur die verbrauchte Strommenge, sondern vor allem die Spitzenlasten im Netz die Kosten bestimmen.
„Es ist weniger entscheidend, wie viel Kilowattstunden Sie verbrauchen, sondern welche Spitzen Sie im Netz verursachen“, erklärt Haber. Wer seinen Verbrauch gleichmäßig über den Tag verteilt oder in Zeiten mit freien Netzkapazitäten verteilt, soll künftig weniger zahlen.
Leistbare Versorgung
„Wir wollen eine sichere, resiliente, aber auch leistbare Energieversorgung. Daher müssen Kunden, die höhere Kosten verursachen, auch einen höheren Tarif zahlen“, sagt Strebl. „Es soll keine Verbote geben. Der Kunde kann das Netz nutzen, wie er möchte. Wenn er die Spitzen vermeidet, kommt er in den Genuss eines besseren Tarifs.“
Laut Haber kann ein Haushalt zum Beispiel sparen, indem er die Wärmepumpe zwischen vier und acht Uhr in der Früh und vier Stunden am Abend nicht einschaltet. Es bleiben aber 16 Stunden, in denen die Wärmepumpe arbeitet.
Günstigere Angebote
Indes liegt der durchschnittliche Strompreis für Bestandskunden aktuell zwischen 13 und 14,5 Cent pro Kilowattstunde. Wer jedoch zu einem günstigen Anbieter wechselt, kann deutlich sparen: Die günstigsten Angebote liegen bei knapp über 10 Cent. „Bei einem durchschnittlichen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch ergibt das eine Ersparnis von rund 170 Euro pro Jahr“, erklärt Strebl. Wer von einem teuren Anbieter kommt, kann beim Strom sogar bis zu 270 Euro jährlich einsparen.
Ersparnis beim Gas
Noch größer ist das Einsparpotenzial beim Gas: Der durchschnittliche Bestandskundenpreis beträgt derzeit 6 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem typischen Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden können Kunden durch einen Wechsel vom Durchschnitts- zum günstigsten Anbieter rund 270 Euro pro Jahr sparen. Wer allerdings bei einem teuren Anbieter ist, kann beim Gas sogar bis zu 580 Euro jährlich einsparen. „Wer beide Produkte wechselt, kann mehr als 800 Euro pro Jahr sparen“, betont Strebl. „Schauen Sie in den Tarifkalkulator der E-Control und vergleichen Sie die Angebote. Das ist der einfachste und sicherste Weg, Energiekosten zu sparen.“
Eine wichtige Neuerung ist die Auffangversorgung: Läuft ein befristeter Liefervertrag aus oder wird gekündigt, ohne dass der Kunde reagiert, kommt es nicht mehr zur Stromabschaltung. Stattdessen übernimmt automatisch der lokale Grundversorger.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



