
In Lettland sorgt ein groß angelegter Diebstahl von Datensätzen aus Zahlungsbelegen bei der Straßenverkehrsbehörde CSDD für Aufsehen und Sicherheitsbedenken. Nach Angaben der Behörde wurden bei einem Hackerangriff die Daten von 1,2 Millionen Privatpersonen und 200.000 Firmen erbeutet. Unbekannte haben demnach in der Vorwoche Daten wie Namen, Nachnamen, Zahlungsangaben, Kfz-Kennzeichen und die am Tag der Leistungserbringung registrierte Adresse entwendet.
Wer hinter dem Vorfall steckt, blieb zunächst unklar. Regierungschef Andris Kulbergs sagte der Nachrichtenagentur Leta zufolge, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Cyberangriff auf Lettland aus einem anderen Land handle. Die lettische Cybersicherheitsbehörde und CSDD warnten in einer Mitteilung vor dem Risiko, dass die gestohlenen Daten von Betrügern missbraucht werden könnten. Lettland hat rund 1,9 Millionen Einwohner.
Kulbergs ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an und kritisierte die CSDD-Führung, die erst verspätet über den Datendiebstahl informiert hätte. „Ich muss sagen, dass ich unangenehm überrascht bin über einen gewissen IT-Sicherheits-Infantilismus, der in einigen Aufsichtsbehörden und staatlichen Einrichtungen vorherrscht“, sagte der Ministerpräsident auch mit Blick auf einen zuvor im Juni erfolgten Hackerangriff auf die staatliche Forstverwaltung.
Zwei „schwerwiegende Cybervorfälle“ binnen kurzer Zeit seien ein deutliches Signal, dass zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssten. „Es geht jetzt im wahrsten Sinne des Wortes um nationale Sicherheit“, wurde Kulbergs in einer Mitteilung der Staatskanzlei zitiert.
Source:: Kurier.at – Politik



