Ruck-Leaks bringen mächtigen Wiener SPÖ-Funktionär unter Druck

Politik

Vor zwei Wochen hat sich Walter Ruck, bis dahin Wiener Wirtschaftskammerpräsident, ins Private zurückgezogen. Berichte über Tonaufnahmen eines Treffens, das am 20. November 2025 in Rucks Weinkeller stattfand, wurden ihm zum Verhängnis. Ruck äußert sich dabei abfällig über Frauen, redet über Postenbesetzungen.

Nach einem KURIER-Bericht über ein angeblich beschleunigtes Bauprojekt beim Meidlinger Unfallkrankenhaus, wo derzeit das AUVA-Rehabilitationszentrum neu gebaut wird, trat Ruck tags darauf überraschend zurück. In der AUVA spielt die Wirtschaftskammer Wien als Dienstgebervertreter eine entscheidende Rolle.

Der KURIER hat nun weitere, bisher unbekannte Tonaufnahmen zugespielt bekommen. Ins Zentrum rückt dabei der, neben Ruck, prominenteste von vier Gesprächsteilnehmern: Ernst Nevrivy (SPÖ), Bezirksvorsteher der Donaustadt. Es geht um „inkompetente Haufen“, ein Großprojekt in Stadlau und erneut um Meidling.

„He, hast du das Stadion?“

Erstes Thema: Ruck und Nevrivy sprechen über den japanischen Pharmakonzern Takeda, der mehr als 4.000 Beschäftigte in Österreich hat. Ruck merkt an, dass Takeda weitere Dinge plane, die auch Nevrivy beträfen – und erwähnt die Summe von 200 Millionen Euro.

Nevrivy präzisiert: „Da hätten wir die Stadlau verlegt, die wollten die Flächen von Stadlau haben. Ich bin beim Hacker (Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, Anm.) persönlich gewesen.“

Takeda hätte „in Stadlau ein Stadion gebaut auf dem Gelände. Der Hacker ruft mich an und sagt: ,He, hast du das Stadion?’ Sag ich: ,Ich hol dir alles raus, is ma scheißegal, gleich daneben.’ […] Dann höre ich vor zwei Wochen, Takeda ist abgesprungen.“ 

Worum könnte es gehen? Takeda hat einen Standort in der Donaustadt und sponsert den FC Stadlau, dessen Sportplatz als sanierungsbedürftig gilt. Zu den zitierten Aussagen könne man keine Informationen beitragen, heißt es von Takeda zum KURIER. Mögliche Investitionsprojekte zur Erweiterung der Produktionskapazitäten in der Donaustadt würden laufend evaluiert. 

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Eine Delegationsreise von Ruck und Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) zu Takeda nach Tokio, im Oktober 2025, dürfte wohl nicht geholfen haben. Ruck habe zuvor zu Hanke gesagt: „Flieg mit, weil wenn der Minister mit ist, dann glauben die halt wirklich, es ist ernst. Da waren wir dann irgendwie im 799. Stock bei der Takeda – wirklich richtig geil.“

Der andere Walter

Ruck beklagt mehrmals, dass sich Wien „potschert“ anstelle, wenn es um große Investitionen gehe. Eine Person erwähnt er hier auffallend positiv: Walter Hillerer. „Wenn jemand kommt mit 500 Millionen, dann […] stelle ihm jemand wie Walter Hillerer zur Seite, der sagt: Du machst das, du das, du das. In drei Monaten ist alles erledigt.“

Hillerer leitet in Wien die Gruppe für Sofortmaßnahmen. Sie hat ein Weisungsrecht über alle Dienststellen, um etwa in Notfällen, bei Krisen oder Gefahr im Verzug durchgreifen zu können. Die Beschleunigung von Bauprojekten falle nicht in seinen Aufgabenbereich, heißt es von der Magistratsdirektion der Stadt Wien zum KURIER.

Auch im Zusammenhang mit dem Meidlinger Unfallkrankenhaus lobt Ruck Hillerer: „Ganz ehrlich, die 19er (für Stadtplanung zuständige MA 19, Anm.) hat sich bei uns beim Traumazentrum Meidling genauso quergelegt. Da brauchst du dann jemanden wie den Walter Hillerer, der dann reingeht und sagt: Bumm, bumm, bumm, bumm.“ 

Diese Aussage ergänzt den ersten KURIER-Bericht über Ruck, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und das UKH Meidling. Und zwar jene Passage, wo Ruck …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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