Ölpreise werden sich erst nächstes Jahr entspannen

Wirtschaft

Derzeit kostet ein Fass Öl der Nordseesorte Brent rund 90 Dollar. Das ist rund ein Drittel mehr als noch Ende Februar, als der Iran-Krieg ausgebrochen ist. Eine Entspannung bei den Preisen zeichnet sich bis auf Weiteres nicht ab, zu volatil ist die Lage im Persischen Golf. Daher hat die US-Energiebehörde EIA ihre Prognose für den durchschnittlichen Jahrespreis der Sorte Brent auf knapp 87 Dollar angehoben. Damit ist klar, dass die EIA keinen größeren Preisrückgang heuer mehr erwartet.

Im Juli konnten im Nahen Osten durchschnittlich rund 5,5 Millionen Barrel am Tag nicht gefördert werden. Das entspricht rund fünf Prozent der globalen Nachfrage. Durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus kommt es zu einem hohen globalen Lagerabbau von 1,91 Millionen Barrel pro Tag. Rund 3,6 Millionen Barrel würden somit am Weltmarkt fehlen.

Allerdings führen die steigenden Preise auch zu einer geringeren Nachfrage. Heuer dürfte die tägliche globale Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 1,6 Millionen Barrel sinken und damit um rund eine halbe Million mehr als bisher gedacht, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht für August der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. Dies ist der stärkste Einbruch seit der Pandemie.

Reaktivierung

Eine Erholung sehen sowohl die US-Energiebehörde als auch die Energieagentur erst für kommendes Jahr. Sobald die stillgelegten Kapazitäten reaktiviert würden, soll das weltweite Angebot die Nachfrage übertreffen und den Brent-Preis im Schnitt auf 69 Dollar drücken, heißt es seitens der EIA. Und die IEA rechnet damit, dass die tägliche Nachfrage um durchschnittlich 2,4 Mio. Barrel zulegen werde.

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Aktuell gibt es vor allem bei Diesel größere Engpässe infolge der Angriffe auf Raffinerien in Russland und Saudi-Arabien. Zu Wochenbeginn verteuerte sich der Kraftstoff um knapp zehn Prozent. Laut ÖAMTC legte Super im Juli im Monatsvergleich um 10,4 Cent auf durchschnittlich 1,796 Euro pro Liter zu, Diesel um 12,7 Cent auf 1,904 Euro. Aktuell müssen Autofahrer vielerorts sogar mit Literpreisen von rund zwei Euro für Diesel rechnen, bei Benzin sind es weiterhin knapp unter 1,80 Euro.

„Die Preise von Ölprodukten wie Diesel sind verglichen mit Rohöl ohnehin bereits hoch, weil Raffinerien in den Golfstaaten sowie in Russland durch Kriegseinwirkungen ausgefallen sind“, sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Der Inflationsdruck dürfte von dieser Seite noch etwas steigen.“ In Deutschland verteuerten sich Kraftstoffe im Juli im Jahresvergleich um 23,0 Prozent und damit deutlich stärker als in den beiden Vormonaten (Juni: +11,3 Prozent; Mai: +18,0 Prozent). Die Inflationsrate legte um 2,8 Prozent nach 2,3 Prozent im Juni zu.

In den USA indes hat sich die Preissteigerungsrate im Juli leicht abgeschwächt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 3,4 Prozent zum Vorjahresmonat, nach 3,5 Prozent im Juni. Die Treibstoffpreise schwächten sich dabei leicht ab.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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