Luis de la Fuente: Spaniens „Nachwuchscoach“ ist unbesiegbar

Sport

Seit Amtsbeginn im Jänner 2023 bis zum WM-Finale 2026 hat Luis de la Fuente 48 Länderspiele Spaniens verantwortet. Verloren hat er davon: drei.

Und bei Europa- oder Weltmeisterschaften: kein einziges.

Seit dem 0:2 gegen Schottland in der EM-Qualifikation im März 2023 hat Spanien in Pflichtspielen nur noch das Finale der Nations League im vorigen Sommer gegen Portugal verloren – im Elfmeterschießen. Aus dem Spiel heraus ist der Europameister mit de la Fuente an der Seitenlinie seit mehr als drei Jahren unbezwungen.

„Ich bin immer wieder erstaunt, wozu dieses Team in der Lage ist. Wir verbessern uns immer wieder, von einem Spiel zum nächsten, von einem Wettbewerb zum nächsten“, schwärmte de la Fuente. „Das ist nicht nur Glück, das ist Einsatz, Talent, Verzicht und der Wille, eine noch bessere Version unserer selbst zu werden.“

Von unten nach oben

Verantwortlich für diese Einstellung ist de la Fuente selbst. Er arbeitet seit 13 Jahren für den spanischen Verband und hatte mit zahlreichen Nationalspielern bereits als Nachwuchscoach zu tun. Dabei vermittelte er den Spielern seine Werte, als sie noch Teenager waren. Mit Rodri und Merino holte er 2015 den EM-Titel als Chef der U19-Nationalmannschaft. Oyarzabal und Dani Olmo standen vier Jahre später in der Startaufstellung, als Spanien die deutsche U21 im EM-Finale 2:1 besiegte.

Rechtsverteidiger Pedro Porro sagte nach dem Einzug ins Finale: „Ich hätte mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, eine Weltmeisterschaft wie diese zu spielen. Aber das habe ich auch meinen Mitspielern zu verdanken und dem Trainer, der mir vom ersten Moment an vertraut hat. Nicht erst bei dieser Weltmeisterschaft, sondern schon seit meinem Debüt bei ihm in der U21.“

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Doppelpass mit Polster

„Ich würde für sie sterben“, gibt De la Fuente das Lob zurück und macht damit klar, was ihm dieses Team bedeutet. In Spanien ist man wieder so richtig stolz auf dieses Team. Verantwortlich dafür ist für viele vor allem der Teamchef. Was andere von ihm und seiner Arbeit halten, sei ihm egal. Wichtig sei die Meinung seiner Spieler.

Bescheiden, mit gesetzter Stimme referierte de la Fuente über die Reise, die Spanien schon zum EM-Titel 2024 geführt hatte und am Sonntag zum Endspiel nach New York: „Als wir vor fast vier Jahren gemeinsam begonnen haben, hatten wir eine klare Idee. Dieser Idee sind wir bis heute treu geblieben. Und genau das hat uns hierher gebracht.“

De la Fuente ist der Architekt einer Mannschaft, deren „Disziplin, Organisation und Engagement“ er lobte. Auch zwischenmenschlich habe es in sieben WM-Wochen „kein einziges Problem“ gegeben, „es ist ein Luxus, dass ich diese Spieler habe“, meinte er. Er sei einfach stolz, mit diesen Profis arbeiten zu dürfen. Demut ist immer gut.

De la Fuente war einst Linksverteidiger, die meiste Zeit bei Athletic Bilbao, aber auch in Sevilla und für Deportivo Alaves. Mit Bilbao wurde er in den 1980er-Jahren zweimal Meister, einmal Cupsieger. Er hat einen Österreich-Bezug, spielte bei Sevilla gemeinsam mit Toni Polster. Damals soll es Diskussionen taktischer Natur gegeben haben. Während Polster naturgemäß die Offensive propagierte, setzte De la Fuente mehr auf die defensive Stabilität. Während der Spanier sich mit dem Weg ins …read more

Source:: Kurier.at – Sport

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