
Für den Tenniszirkus ist die Handgelenksverletzung von Superstar Carlos Alcaraz kein Segen. Der Spanier wird auch bei den French Open Ende Mai kein Gegner für seinen schärfsten Widersacher Jannik Sinner sein.
Wird es ein Solo für den Italiener? Der ist wie viele Fans und Fachleute aber von einem Burschen beeindruckt, der sich anschickt, die Tenniswelt durcheinanderzuwirbeln.
Noch kein zweiter Alcaraz, schon gar kein zweiter Rafael Nadal, wenngleich er auch seinen Namen trägt: Rafael Jodar, junge 19 Jahre alt. Sinner sah beim Masters-1.000-Event von Madrid, wie Jodar in Runde zwei mit dem Australier Alex De Minaur einen Top-Ten-Spieler 6:3, 6:1 panierte.
Riesenspieler
Und Sinner konnte sich überzeugen, warum der Lokalmatador wegen seines druckvollen Spiels und seiner Körpermaße (1,91 Meter groß, aber nur 70 Kilogramm schwer) nicht mit dessen großen spanischen Vorgängern, aber mit ihm, dem Weltranglistenersten verglichen wird.
Denn Jodar hat in seinem Lebenslauf alles andere stehen, was den typischen spanischen Tenniscrack ausmacht. Der Madrilene, der vor einem Jahr nur den größten Tennis-Insidern bekannt war, spielte College-Tennis an der Universität von Virginia und entschied sich erst im Dezember des letzten Jahres, Profi zu werden.
Eine schlaue Entscheidung: Zu Beginn des Jahres noch auf Platz 165 der Weltrangliste klassiert, ist er nun schon auf Platz 42 vormarschiert, im Live-Ranking liegt er schon auf Platz 34. Seinen ersten Titel gewann er vor wenigen Wochen in Marrakesch.
Dass Jodar das Potenzial zu einer guten bis sehr guten Tennis-Karriere haben könnte, hat sein späterer College-Coach Andres Pedroso schon 2023 erkannt. „Das sah nicht wie ein Junioren-Spieler aus“, sagt Pedroso. „Die Art und Weise, wie er aufgetreten ist, sah nach einem Profi aus. Ich war von seiner Reife und seiner Professionalität überwältigt.“
Sinner und Jodar könnten in Madrid übrigens im Viertelfinale aufeinandertreffen – im heutigen Duell mit dem Tschechen Vit Kopriva ist er Favorit, am Sonntag schickte er in Rund drei mit dem gleichaltrigen Brasilianer Joao Fonseca 7:6, 1:6 und 6:4 eine andere Zukunftshoffnung nach Hause.
Noch ist Fonseca der jüngste Teenager in den Top 20. Mit dem Norweger Nikolai Budkov Kjaer schickt sich aber schon der Nächste an. Und die 20-jährigen Jakub Mensik aus Tschechien und US-Mann Learner Tien haben den Durchbruch längst geschafft.
Source:: Kurier.at – Sport



