Managergehälter: Das verdient Österreichs Chefetage im Schnitt

Wirtschaft

273.900 Euro brutto pro Jahr – so viel verdienten Österreichs Topmanager der obersten Führungsebene im vergangenen Jahr. Das sind 4,3 Prozent mehr als 2024, inflationsbereinigt bleibt somit ein Plus von einem knappen Prozent übrig. Es ist das erste Reallohnplus seit vier Jahren. Die zweite Führungsebene erleidet weiterhin einen Kaufkraftverlust. Sie verdiente 171.300 Euro brutto pro Jahr, ein Plus von 0,7 Prozent. Inflationsbereinigt ergibt das ein Minus von 2,7 Prozent.

Die Daten erfasst die 45. Einkommensstudie des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF). Für die aktuelle Erhebung wurden 632 Führungskräfte der ersten und zweiten Ebene befragt, am Donnerstag wurden die Ergebnisse bei einem Pressegespräch präsentiert. Die wichtigste Erkenntnis laut dem WdF-Bundesvorsitzenden Roman Teichert: „Führungskräftegehälter entwickeln sich nicht losgelöst von der wirtschaftlichen Realität.“

Je größer und internationaler das Unternehmen, desto zurückhaltender die Gehaltsentwicklung. In Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro bekamen Manager der ersten Führungsebene im Schnitt 30.000 Euro brutto weniger als im Jahr zuvor. Eine Entwicklung, die der WdF-Bundesvorsitzende kritisch sieht: „Es braucht gute Manager, die Unternehmen durch wirtschaftlich herausfordernde Zeiten navigieren. Gerade jetzt sind Topleute gesucht, die auch fair und marktkonform bezahlt werden müssen.“ Doch das Gesamteinkommen ist zunehmend an den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Nicht zuletzt weil das Grundgehalt durch immer mehr variable Gehaltsbestandteile ergänzt wird.

Boni werden wichtiger

Der Anteil der variablen Vergütung (z. B. Boni) hat bei Managern binnen eines Jahres deutlich zugelegt. Haben 2024 nur 59 Prozent der Führungskräfte variable Gehaltsbestandteile bezogen, sind es jetzt 63 Prozent. Jedoch würde nicht der Bonus per se steigen, erklärt Teichert, sondern die Leistungsorientierung. „Die variable Vergütung bildet wirklich die unternehmerische Leistung ab“, analysiert Teichert. Der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens – konkret der Gewinn oder die Zielerreichung sind somit ausschlaggebend, ob und in welcher Höhe Boni ausbezahlt werden.

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Ein weiterer Faktor für das Einkommen: Die Mobilität. Wer weniger als zehn Tage pro Jahr unterwegs ist, verdient meist nur die Hälfte jener Führungskräfte, die viel unterwegs sind (ca. 80 Tage), analysiert triconsult-CEO Felix Josef, der die Daten ausgewertet hat. Männliche Führungskräfte befinden sich im Schnitt 92 Tage pro Jahr auf Geschäftsreise. Bei weiblichen Führungskräften sind es elf Tage weniger, wobei anzumerken ist, dass der Frauenanteil in den obersten Führungsebenen immer noch überschaubar ist. Dabei gebe es mehr weiblichen Nachwuchs unter den jungen Führungskräften als männlichen, betont Wajden Byloff von der WdF-Initiative „Women Leadership Alliance“. Die verfügbaren Führungspositionen sind jedoch rar.

„Der Abteilungsleiter ist quasi ausgestorben“

Seit 40 Jahren beobachtet das WdF ein Verschwinden der zweiten und dritten Führungsebene. „Der Median der Personalverantwortung der zweiten Ebene liegt bei 800 Leuten. Überhaupt haben nur Großunternehmen noch eine zweite Führungsebene, der Abteilungsleiter ist quasi ausgestorben“, sagt Felix Josef.

Beunruhigender wäre jedoch eine andere Entwicklung, die sich innerhalb der Umfrage abzeichnete. Denn Investitionen werden gestoppt, Führungskräfte stehen mit ihren Budgets auf der Bremse. Sie klagen über eine hohe Kostenbelastung – insbesondere was Lohn- und Lohnnebenkosten betrifft. Ein Drittel plant oder hat es bereits getan, die Produktion anderswo an einen günstigeren Standort außerhalb Österreichs zu verlegen. „Das haben wir so in der Form noch nicht gehabt“, sagt Roman …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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